José González hält an dem fest, was in unserer modernen Gesellschaft zunehmend abhandenkommt: Sein Album „Against The Dying Of The Light“ zelebriert akustische Handarbeit, anstatt auf KI-Optimierung zu setzen.
Die schiere Masse an Alben, die sich aktuell mit Sorgen bezüglich der Entwicklung von KI und der Entfremdung der Menschen von ihrer Natur befassen, zeigt, wie wichtig diese Themen sind. Denn Kunst ist immer ein Spiegel der Zeit, in der sie entsteht. José González gehört ebenfalls zu jenen Künstler*innen, die ihr Schaffen als Appell nutzen wollen, um darauf aufmerksam zu machen, dass die Zukunft der Natürlichkeit in Gefahr ist. Seine neue LP „Against The Dying Of The Light“ ist ein mahnendes Statement. In der Rasanz, mit der sich unser Alltag verändert, und mit der zunehmenden Digitalisierung, die uns umgibt, scheinen wir immer mehr zu vergessen, dass wir einen Mund zum Sprechen, Ohren zum Verstehen und Augen haben, die tiefer blicken können als jedes Elektronenmikroskop – nämlich direkt in die Seele unseres Gegenübers. All diese Fähigkeiten treten aufgrund der Omnipräsenz artifizieller Kräfte stärker und stärker in den Hintergrund. Wir vertrauen unserem Smartphone mehr als der Person neben uns und vergessen dabei, dass auch die kleinen quadratischen Dinger in unseren Händen schnell zu verlängerten Armen fraglicher Ideologien und Meinungen werden können. Fehlbarkeit wird zu einer Schwäche degradiert, obwohl es gerade unsere individuellen Unperfektheiten sind, die uns zu einem organischen Wesen machen. Mit „Against The Dying Of The Light“ versucht González, der Menschheit ihre Eigenarten und Anfälligkeiten zu vergeben und in ihr das Potenzial zu erkennen, das im Titel der Platte erwähnte innere Licht zu bewahren, das uns vom Schöpfer in die Wiege gelegt wurde. Musikalisch nutzt der Schwede Elemente, die wir vor allem von seinen frühesten Werken – beispielsweise dem Debüt „Veneer“ (2003) oder dem Nachfolger „In Our Nature“ (2007) – kennen. Treibende Folksounds, bei denen die Akustikgitarre und der charakteristische Gesang von José González im Mittelpunkt stehen. Die 13 Songs spielen mit kargen Klangästhetiken, die in ihrer Wirkung deutlich markanter sind als die des Vorgängeralbums „Local Valley“ (2021). Während dieser teils verspielt wirkte, ist „Against The Dying Of The Light“ deutlich reifer und nachdenklicher. Passend zu seinen Botschaften. Die Platte berührt, indem sie jedweden Schnörkel weglässt und sich auf die Essenz dessen konzentriert, wofür González‘ Songwriting steht: Nicht wegzuschauen und sich abzulenken, sondern unbequeme Gedanken zuzulassen und sie von sämtlichen Seiten zu betrachten. Ein gelungenes, wenngleich weniger innovatives Album. Doch gerade dann, wenn alles um uns herum aus den Fugen zu geraten scheint, braucht es hier und da auch Verlässlichkeiten und Erdung. Das bietet „Against The Dying Of The Light“ definitiv.

GEWINNSPIEL
Wir verlosen ein Vinyl-Exemplar, das uns unsere Freunde von Rewika Promotion zur Verfügung gestellt haben. Um zu gewinnen, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.
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Möglichkeit 4: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff „Against The Dying Of The Light“ und dem Inhalt „Ich brauche Musik auf die Ohren!“ an gewinnspiel@einenhabichnoch.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Mastodon, Bluesky und/oder Instagram mitgemacht habt.)
Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 29.03.2026. Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall. Unsere Preise verschicken wir nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Erfolg!

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