REVIEW: Sandra Kolstad „San Silva“

Ihr Blick ist durchdringend. Wenn Sandra Kolstad einen vom Cover ihres neuen Albums „San Silva“ entgegenschaut, hat man sofort das Gefühl, als müsse man den nächsten Schritt, den man tut, ganz genau planen. Die Präsenz der Norwegerin ist atemberaubend. Ob auf ihren Liveshows, in den Videos zu ihren Songs, ob im Gespräch oder sobald ihre Stimme aus einem Lautsprecher erklingt – Kolstad hat etwas an sich, das nur wenige haben. Sie ist einer dieser Menschen, nach denen man sich automatisch umdreht, wenn sie den Raum betreten. Vielleicht ist es ihr imposantes Erscheinungsbild, ihre physische Größe, die blonden Haare, das hübsche Gesicht, vielleicht aber auch etwas, das viel tiefer liegt. Auf jeden Fall kommt man an der 32-Jährigen und ihrer Musik nur schwer vorbei. Einer Musik, die klar ins Hier und Jetzt gehört und sich nicht an Referenzen vergangener Jahrzehnte entlanghangeln muss.

Es ist ein Konglomerat aus Electronica, Pop und traditionell anmutendem Songwriting, das auf „San Silva“ den Ton angibt. Die eigenwillige, wenngleich für Kolstad typische Mischung, macht das Album zu einem, das bereits im ersten Hördurchgang einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Geführt von Kolstads markantem Gesang reiht sich ein eingängiger Track an den nächsten. Seien es die bereits veröffentlichten Singles „Mango Corner“, „BLING BLING BLING“ und „Hurricane“ oder Stücke wie „The Great Escape“ und das eindringliche „Hindenburg“. Ohne auch nur im Geringsten an künstlerischer Nachhaltigkeit zu verlieren, präsentiert Kolstad die Vision eines Utopias, das zwar im Finsteren liegen mag, das aber durchaus auch als Zufluchtsort fungieren kann, wenn man es nur durch den richtigen Filter betrachtet. Helfen tun dabei die euphorischen Melodien, mit denen „San Silva“ ausgeschmückt ist.

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