REVIEW: Grandbrothers „Open“

Obwohl die akustische Vielfalt auf Grandbrothers „Open“ anderes vermuten ließe, entstand auch das zweite Album des Duos einzig mithilfe eines Flügels und einer daran geknüpften Apparatur aus elektromechanischen Hämmern und Ableitungen.

Während Pianist Erol Sarp an dem einen Ende das Instrument mit Impulsen füttert, wartet am anderen bereits sein Kollege Lukas Vogel, um die entstandenen Töne und Geräusche zu bearbeiten und zu verfremden. Grandbrothers haben sich mit dieser eigentümlichen Art zu arbeiten, einen Namen in der Szene gemacht. Vor allem die komplexe Installation rundum ihren Konzertflügel, die schon fast als eigenständiges Kunstwerk gewertet werden darf, sorgte dabei für Aufsehen. Dass diese allein aber nicht für den Erfolg der beiden Düsseldorfer verantwortlich ist, wird klar, wenn man sich die zehn Titel auf „Open“ zu Gemüte führt. Grandbrothers verstehen es, in ihren Tracks mitreißende Dynamiken zu entfachen, die den Hörer vom Fleck weg in ein eigenständiges Klanguniversum katapultieren. Dieses ist irgendwo zwischen Klassik, Minimalismus und Electronica verortet und zeichnet sich durch seinen hohen avantgardistischen Mehrwert aus. Sowohl Freunde von dahingleitender Filmmusik als auch kritische Gemüter, die es nach Komplexität sehnt, dürften von Sarps und Vogels neusten Kompositionen gleichermaßen begeistert sein. Die Grenzgänger verstehen es nämlich ganz hervorragend, musikalisch in mehr als nur einer Welt beheimatet zu sein.

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