REVIEW: Ry X „Unfurl“

Ry X wird mit „Unfurl“ erneut dem Hype gerecht, der um ihn und seine feinfühligen Kompositionen in den letzten Jahren entstanden ist.

Das größte Geschenk, das Gott, die Umwelt oder die Kombination verschiedener elterlicher Gene einem Musiker wohl machen können, ist weder Stimme, noch das Geschick, Songs komponieren zu können, es ist die Fähigkeit zur Emotionalität. Warum? Weil nur sie es ist, die Resonanz in anderen Menschen finden kann. Der perfekteste Gesang, die schönste Melodie sind nichts, wenn sie kein Gefühl transportieren. Ry Cuming alias Ry X wurde dahingehend allerdings reich bedacht und beweist, was vielen seiner Geschlechtsgenossen gern abgesprochen wird: Auch Männer haben eine empfindsame, tiefgründige, leidenschaftliche Seite. Mit Songs wie „Berlin“ oder „Howling“ schlich sich der Australier auf subtile Art und Weise in die Tiefen des Kollektivbewusstseins und entfachte dort eine Begeisterung, die bis heute anhält. Zurecht. Auf „Unfurl“ setzt Ry X nun sein Spiel mit den leisen Tönen fort, stellt ihnen dieses Mal aber ein komplexeres Instrumentenwerk zur Seite, als es in der Vergangenheit der Fall gewesen war. Diese Entscheidung beugt der Tendenz vor, sich allzu schnell zu wiederholen, und schlägt darüber hinaus die perfekte Brücke zwischen dem akustischen Gestern und dem anstehenden Morgen. Verträumt und doch klar wie der Widerhall eines Rufes in einen leeren Raum hinein bahnt sich „Unfurl“ seinen Weg, nimmt im Vergleich zu seinen Vorgängeralben an Fahrt auf und holt seine Zuhörer dabei genau am richtigen Ort ab.

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