REVIEW: Kings Of Leon „When You See Yourself“

Einst vor allem in der Independentszene geliebt, dann von den Massen gefeiert: Die Kings Of Leon liefern mit „When You See Yourself“ einen Grund, warum man ihnen auch im Underground noch einmal eine Chance geben sollte.

Mit ihrem Album „Only By The Night” – inklusive der Hit-Singles „Use Somebody“ und „Sex On Fire“ – gelang den Kings Of Leon 2008 ihr endgültiger Durchbruch. Doch auch vor dem Riesenerfolg der mehrfach preisgekrönten LP war die aus Nashville stammende Band schon weit über die Grenzen ihrer Heimat bekannt gewesen und hatte unter anderem im Vorprogramm von U2, Pearl Jam und Bob Dylan gespielt. Der Grund dafür lag und liegt im äußerst charakteristischen Stil der Kings Of Leon, bei dem harte Alternative-Klänge mit Folk- und Synthie-Einflüsse verschmelzen. Auf den vorangegangenen Alben „Walls“ (2016), „Mechanical Bull“ (2013) und „Come Around Sundown“ (2010) hatte sich dessen Akzentuierung allerdings zunehmend in Richtung eines sentimental aufgeladenen Stadion-Rocks verschoben – zur Empörung vieler treuer Fans. „When You See Yourself“ stellt nun eine Art Versöhnungsangebot dar. Statt platter Refrains und Schunkel-Melodien gibt es ausgefeilte Instrumentierungen, wie man sie beispielsweise noch von „Because Of The Times“ (2007) kennt. Das Motto „Back To The Roots“ tut den Followill-Jungs, den drei Brüdern Caleb, Jared, Nathan und ihrem Cousin Matthew, gut. Plötzlich wird wieder klar, warum die Kings Of Leon früher in jedes ordentlich sortierte Plattenregal gehörten. Raffinierter, nachhaltiger und vielschichtiger als die Songs der letzten Jahre bleiben Stücke wie „Echoing“, „Fairytale“ oder „100,000 People“ in Erinnerung und bieten eine hervorragende Spielwiese für den noch immer atemberaubenden Gesang Calebs. Geht doch!

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