REVIEW: Kitty Solaris „Girls & Music“

Unsagbar pur: „Girls & Music“ von Kitty Solaris ist das, was der Titel verspricht. Nämlich eine Platte ohne große Verkomplizierungen. Eine, die mitreißt und schnell positive Gefühle provoziert.

Wie macht sie das nur? Wie schafft es Kitty Solaris, wieder und wieder Songs zu kreieren, die von der Ohrmuschel aus ohne Umwege direkt ins Herz gehen? Die unsere Gliedmaßen zum Klatschen, Stampfen und Schleudern bringen und uns ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Vermutlich, weil zwischen ihrem Verstand, der Ratio, und ihrer Kreativität kaum Filter zwischengeschaltet sind. Ihr achtes Album „Girls & Music“ gründet wie schon seine Vorgänger auf genau diesen Qualitäten. Die LP klingt frisch und doch zu jeder Zeit vertraut. Einmal mehr folgt Kitty Solaris ihren Impulsen, ohne diese zu hinterfragen oder sich derart lang mit ihnen auseinanderzusetzen, bis ihre fragile, flüchtige Gestalt verflogen ist. Was wir als Hörer*innen präsentiert bekommen, ist rein, beinahe urtümlich. Das wirkt sich auf die Textzeilen, die Rhythmen, Melodien und Harmonien aus. Diese wirken fast schon naiv und genau das ist ihr Geheimnis. Denn dadurch fällt uns die Verbindung mit ihnen leicht. Kitty Solaris baut keine Mauern zwischen ihr und ihrem Publikum, sie reißt sie ein und macht sich nahbar. Es geht um ein Miteinander und nicht um ein Gefälle zwischen Künstler*in und Fan. Folglich erzählt die Berliner Underground-Ikone auch Geschichten, mit denen wir uns verbinden können, in denen wir Ansatzpunkte für Fragen des eigenen Lebens und vielleicht sogar Antworten finden, statt sich in kryptischen Sphären zu verlieren. Begleitet werden die Lyrics von unaufdringlichen, smoothen Hintergrundinstrumentierungen, die aber trotzdem immer diesen Hauch von Verspieltheit mitbringen und elektronische Elemente nutzen, die man im ersten Moment vielleicht nicht unbedingt erwartet hätte, Kitty Solaris rät dazu, sich den eigenen Dämonen zu stellen und sich mit ihr gemeinsam in einem discotauglichen Synthie-Pop-Gemisch freizutanzen. Lassen wir also unsere Hemmungen fallen und stürzen Richtung Tanzfläche, wo uns „Girls & Music“ mit Euphorie und Lebenslust aufzuladen verspricht.


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