REVIEW: Saint Privat „Après la Bohème“

Zurück zu Tagen unbekümmerter Strandausflüge: Saint Privats „Après la Bohème“ atmet salzige Meeresluft und strahlt derart hell, dass es eine Sonnenbrille braucht.

Ende der Neunziger beziehungsweise Anfang der 2000er wurde uns mithilfe der „Café del Mar“-Sampler ein Traum verkauft. Der Traum von sonnendurchfluteten Nachmittagen an den Küsten all der vielen Sehnsuchtsorte wie Ibiza und Mallorca – und das immer und zu jeder Zeit abrufbar. Dank eines einzigen Knopfdrucks sollte es gelingen, binnen von Sekunden in den mentalen Urlaubsmodus zu schalten. Und es klappte! Auch, wenn sie nie auf einer der besagten Compilations – die ihren Namen übrigens der gleichnamigen Institution an der Cala-des-Moro-Bucht verdanken – zu finden waren, sind Saint Privat doch mehr als prädestiniert dazu, ihre Hörerschaft mental mindestens bis an die französische Côte d’Azur zu befördern. Nachdem es über 16 Jahre ruhig um das Duo war, feiern der DJ und Produzent Klaus Waldeck und die Sängerin Valérie Sajdik ihr Comeback. Zusammen mit einem mehrköpfigen Jazz-Ensemble, wie schon in der Vergangenheit. Als wäre nichts gewesen, als hätte die lange Funkstille keinerlei Bedeutung, setzen sie genau dort an, wo ihr zweites Album „Superflu“ 2006 endete: Nämlich bei zuckersüßer Lounge-Musik, die mit französischem Flair, Ambient-Einflüssen, Bossa Nova und ganz viel Gelassenheit aufwartet. „Après la Bohème“ ist ein Chillout-Album, wie es im Plattenregal zu stehen hat! Man kann sich förmlich vorstellen, wie es der Untermalung etlicher Glücksmomente, Augenblicke des Müßiggangs und der Freude am Leben, dienen wird. Glamour trifft Leichtfüßigkeit! 


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