Wenn der Innovationsgeist mal pausieren darf: Blur setzen mit „The Ballad of Darren“ auf Nummer sicher und kommen zur Ruhe, statt zur nächsten Revolution aufzubrechen.
Kaum zu glauben, dass acht Jahre seit der Veröffentlichung von Blurs letztem Album „The Magic Whip“ ins Land gezogen sein sollen. Doch erschien besagte Platte tatsächlich im April 2015. Zeit für einen Nachfolger also, und den kündigte die Band vor wenigen Wochen an. „The Ballad of Darren“ besteht aus zehn Stücken. Vom sanft-melancholischen Opener „The Ballad“ bis hin zu „The Heights“ – einem Track, der seinem Namen alle Ehre macht, indem er zu einem knarzigen Finale voller Drone-Sounds heranwächst. Was die Platte sonst zu bieten hat, sind Stücke, die all das in sich vereinen, wofür Fans die vier Briten von jeher lieben: Lässige Gitarrenriffs, energetisierende Beats, kleine Electronica-Spielereien, aber auch bedachte Momente und Hooks, die im Gedächtnis bleiben. Von Frontmann Damon Albarns markanter Stimme geleitet, erforscht die LP reflexionsartig, wo die Mittfünfziger aktuell in ihren Leben stehen. Sie sind angekommen, haben sich selbst kennenlernen dürfen und wissen besser denn je, was sie als Menschen und Musiker ausmacht. Nachdem sie in der jüngeren Vergangenheit allesamt an ihren Soloprojekten gearbeitet hatten, stellt „The Ballad of Darren“ eine Rückkehr zu ihrer Identität als eine der erfolgreichsten Rockbands überhaupt dar. Einer, die kaum noch etwas falsch machen kann. Trotzdem gehen Blur auf Album Nummer 9 stilistisch keine Wagnisse ein. Anstelle von Überraschungen gibt es die herkömmlichen Erfolgsrezepte. Ein wenig ist das, als wäre man sonntags bei seinen Eltern zu Besuch und es stünde das altbekannte Lieblingsessen auf dem Tisch. Schmecken tut es auf jeden Fall! Und so gelingt es „The Ballad of Darren“ – der Titel geht übrigens auf einen ehemaligen Bodyguard zurück – zu unterhalten und schlechte Stimmungen zu vertreiben.


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