REVIEW: Oh Land „Loop Soup“

Retrofuturismus mal anders: Oh Land reist mit „Loop Soup“ zurück in eine Zukunft, die sich als bunt und stürmisch präsentiert.

Was tun, wenn man das Gefühl hat, ein Alien zu sein und trotzdem im Körper eines Menschen zu stecken? Mit diesem Dilemma befasst sich Nanna Øland Fabricius aka Oh Land auf „Loop Soup“, ihrem neuen, sechsten Album. Heißt das jetzt aber, dass die Dänin tatsächlich denkt, ein übersinnliches Wesen zu sein? Vielleicht! Jedenfalls spielt sie gekonnt mit der Metapher des Andersseins – sowohl textlich als auch stilistisch. Mit der für sie typischen (vollkommen ansteckenden) Energie hat sie auf „Loop Soup“ ein musikalisches Gerüst erbaut, das die Ästhetik der Disco-Ära – jener Zeit, als auch Science-Fiction-Filme ihren ersten großen Durchbruch beim Publikum feiern konnten – mit einem zeitgemäßen Produktionsansatz vereint. In ihren Lyrics hinterfragt Oh Land derweil die Paradoxien unserer Gesellschaft. Tatsachen, die gänzlich bizarr erscheinen, wenn man sie mit dem nötigen Abstand betrachtet. Wie es eben auch außerirdischen Wesen möglich sein dürfte, wenn sie unserem Planeten einen Besuch abstatten würden. Statt nun aber in die allgemeine Starre zu verfallen, die viele von uns überkommt, wenn sie verstehen, wie groß und weitreichend die Probleme auf unserer Erde in Wahrheit sind, hat sich Nanna entschieden, eine kleine akustische Revolution zu starten. „Loop Soup“ steht für Aktivität, für Dynamik. Dank quirliger Pop-Melodien vermag die Platte Kräfte in ihren Zuhörer*innen zu wecken. Kräfte, die diese wiederum dafür nutzen könnten, über die Tanzfläche zu fegen, die Dinge anzugehen, die es braucht, um unsere Zukunft aussichtsreicher zu gestalten, oder für beides gleichzeitig, was vermutlich am gesündesten wäre. Spaß macht „Loop Soup“ in jedem Fall!


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