Kontrastmittel: El Búhos „Strata“ setzt dunklen Zukunftsvisionen ein helles, zuversichtliches Strahlen entgegen.
In diesen Tagen den Kopf über Wasser zu halten, um nicht in der Flut an besorgniserregenden Nachrichten zu ertrinken, bedarf Stärke. Doch woher können wir diese noch nehmen, wenn die Menschheit sich attackiert und den Planeten um sie herum ungeachtet all der Warnzeichen zerstört? Robin Perkins alias El Búho findet sie in den kleinen Dingen. In tänzelnden Blättern, in warmen Luftströmen oder innerhalb seines bewegten Familienlebens. Inspiriert von der Schönheit all jener Alltäglichkeiten schuf er sein fünftes Studioalbum „Strata“ – ein von Hoffnung durchtränktes Mahnmal. Wie auch schon auf den Vorgängern tauchte Perkins während der Produktion in Klangsphären ab, die sich indigenen und afrikanischen Einflüssen innerhalb des südamerikanischen Folk bedienen, und diese mit avantgardistischen elektronischen Elementen paaren. Herausgekommen ist ein Gemisch, dass der Engländer selbst gern als Öko-Techno bezeichnet. Denn tatsächlich sind die Sounds treibend wie Clubmusik und doch meditativ wie ein Regenschauer im Dschungel. Gesangstechnisch finden sich Li Saumet, Nita und Minük, langjährige Weggefährten El Búhos, als Gäste auf „Strata“ ein. Zusammen mit ihnen erschuf Perkins eine Platte, die die Fragilität unseres Überlebens auf der Erde spürbar macht. Gleichzeitig schenken die neun Tracks aber auch Zuversicht, dass es noch nicht zu spät ist, in sich hineinzuhören und die tief vergrabene Verbindung zum Puls der Natur (wieder) zu finden. Dieses urtümliche Band zu nutzen, darin könnte der Schlüssel für mehr Achtsamkeit und Bedachtheit liegen. Tugenden, die wir gerade jetzt dringend benötigen. Getragen von optimistischen Melodien und geküsst von einer Kreativität, die schlagartig zu fesseln vermag, steht uns „Strata“ dabei zur Seite. Ein beeindruckendes Werk voll authentischer Friedfertigkeit.


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