Das Beste kommt zum Schluss (des Jahres): Joy Wellboy schenken ihren Fans „The Ones That Got Away“ – ein Sammelsurium bisher unveröffentlichter Tracks und neu arrangierter Schätze.
Wenn Künstler*innen an Alben arbeiten, entstehen in der Regel mehr Songs als die, die wir am Ende zu hören bekommen. Doch was passiert mit all den anderen Entwürfen und teilweise fertigen Produktionen? Manchmal werden sie als B-Seite bei der Veröffentlichung einzelner Singles verwendet, manchmal landen sie gut verpackt auf irgendwelchen Festplatten, manchmal gehen sie im Strudel der Zeit verloren und manchmal werden sie zu einem ganzen Album zusammengefasst. So wie im Fall von Joy Wellboys „The Ones That Got Away“. Die Platte versammelt Raritäten, alternative Versionen bekannter Klassiker und Remixe von Dauerbrennern des Duos. Dabei spannen die zwölf Tracks einen Bogen über die gesamte Diskografie. Von den Anfängen und dem offiziellen Debüt „Yorokobi’s Mantra“ (2013) bis zum zuletzt veröffentlichten „Pegasi Lake“ (2022). Einzigartig, was Sound und Stilistik betrifft, gehen Joy Wellboy gerne Wege abseits ausgetretener Pfade und basteln Beats und Melodien, die vital und innovativ klingen. „The Ones That Got Away” reiht sich da nahtlos ein. Zudem eignet sich die LP hervorragend als Einstieg, um Joy Adegoke und Wim Jansens – die übrigens auch privat ein Paar sind – kennenzulernen, falls man die beiden Belgier noch nicht für sich entdeckt hat. Mit einer Mischung aus psychedelischen Pop-Noir-Elementen, Indie-Rock und Electronica steht „The Ones That Got Away” sinnbildlich für die gesamte Bandidentität. Vielleicht tiefergehend sogar für die Liebe und Verbundenheit zwischen Joy und Wim. Gleichzeitig halten die Tracks viele frische Impulse bereit, die selbst diejenigen überraschen dürften, die Joy Wellboy schon länger verfolgen.


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