Einfach eine fesselnde Platte: „Ask That God“ bietet alles, was man von Empire of the Sun gewohnt ist. Und noch ein bisschen mehr Glitzerstaub.
Wenn man schon am Anfang seiner Karriere große Erfolge feiern kann, ist es manchmal besser, einen Gang zurückzuschalten, als auf den Turbo zu drücken. Nichts anderes taten Luke Steele und Nick Littlemore von Empire of the Sun, nachdem ihre ersten beiden Singles „Walking On A Dream“ und „We Are The People“ sowie das dazugehörige Album die Charts erobert hatten. Wie vielen Künstler*innen, die raketenartig zu Bekanntheit gelangt sind, dürfte auch den beiden Australiern klar gewesen sein, dass es schwer werden würde, an diesen Hype anzuknüpfen. Deshalb ließen sie sich bei den folgenden Veröffentlichungen stets genügend Zeit, um mit dem Ergebnis auch in kreativer – nicht kommerzieller – Hinsicht zufrieden sein zu können. Zwischen „Ask That God“, dem vierten Studioalbum des Duos, und seinem Vorgänger liegen beispielsweise acht Jahre. Doch das hat der Platte gut getan. Man merkt ihr an, dass sie reifen durfte. Dass die Songideen darauf wachsen konnten. Mit Leidenschaft konzipiert und produziert, greift die LP frühere Impulse von Empire oft he Sun auf und denkt sie weiter. Herausgekommen ist ein vielschichtiges Dance/Electronica-Album, das etwas von einer modernen Version der Pet Shop Boys hat. Poppig genug, um dazu tanzen zu wollen, aber auch gespickt mit kleinen Kanten und Brüchen, die Langeweile oder Gefälligkeit gar nicht erst aufkommen lassen. Misst man die Platte am Debüt von Empire oft he Sun, kommt man zu dem Schluss, dass sie vielleicht die gleiche Aufmerksamkeit erregt hätte, wenn sie als Erstlingswerk in den Äther geschickt worden wäre. Aber das ist sie nicht. So ist eine schöne Erinnerung daran, dass manchmal nur die Zeit über Sieg oder Niederlage entscheidet. Wobei man nicht davon ausgehen sollte, dass dieses Album eine Enttäuschung ist, sondern ein weiterer Ausflug in die atmosphärischen, weitläufigen Klangwelten einer talentierten Band, der schon früh eine vielversprechende Zukunft vorausgesagt wurde.


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