Auch auf seinem fünften Studioalbum «Performance» gelingt es TR/ST, trotz des Aufgreifens bekannter Strukturen für klangliche Überraschungen zu sorgen.
House- und Ravemusik sind aus der schwulen Subkultur nicht mehr wegzudenken. Vor allem in den 90er Jahren brachten die beiden Genres weltweit Millionen von Männern ins Schwitzen, während diese in den Clubs von New York bis Berlin ihre queere Identität feierten. Wie eine Art Parallelgesellschaft, die vom Rest der Öffentlichkeit nur mäßig akzeptiert wurde. Heute ist das anders – zumindest in liberaleren Ländern. Dort sind Künstler*innen wie Robert Alfons alias TR/ST gern gesehene Gäste auf den Bühnen verschiedenster Veranstaltungsorte. Sogar fernab des schwulen Undergrounds. Mit der LP «Performance» greift der Kanadier die Ästhetik früherer Veröffentlichungen auf und haucht ihr neues Leben ein. Einmal mehr animiert er seine Hörer*innen so dazu, sich von beatlastigen, elektrifizierten Tracks mitreißen zu lassen, gleichzeitig aber auch durch nachdenklichere, verträumtere Sequenzen zu wandern. Eine Mischung, die kontinuierlich überrascht, weil sie genügend Abwechslung bietet. Hinzu kommt Alfons‘ eigenwilliger Gesang mit hohem Wiedererkennungswert sowie sein Gespür für eingängige und doch ungewöhnliche Melodien.
Diese Review erscheint in der kommenden Printausgabe des Mannschaft Magazins.


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