Man kann schließlich nie genug von ihnen bekommen: The Smile legen mit „Cutouts“ ihr zweites Album für 2024 vor – und das keineswegs auf Kosten von Qualität oder Innovationsgeist.
Dass Thom Yorke, Jonny Greenwood und Tom Skinner aka The Smile kreativ deutlich aktiver waren, als es ihr Debüt „A Light for Attracting Attention“ (2022) und der Anfang des Jahres erschienene Nachfolger „Wall Of Eyes“ glauben machen wollten, zeigte sich bereits auf ihrer letzten – nebenbei bemerkt phänomenalen – Tournee. Denn hier und da tauchten plötzlich Stücke auf, die weder auf der einen noch auf der anderen Platte zu finden waren. Trotzdem hätte man wohl gedacht, dass es noch eine Weile dauern, bis ein kompletter Longplayer das Licht der Welt erblicken würde. Doch ist es bereits jetzt soweit! Die Vorab-Tracks „ForeignSpies“, „Zero Sum“, „Don’t Get Me Started“ und „The Slip“ kündigten es an. „Cutouts“ – so der Name des neuen Werkes – beherbergt neben diesen noch sechs weitere Tracks, die sich allesamt nahtlos in die bisherige Stilistik von The Smile einfügen. Eine Stilistik, die dafür bekannt ist, extrem breit aufgestellt zu sein und experimentelle Spielarten ebenso zuzulassen wie Anleihen aus früheren Projekten der drei Vollblutmusiker. Einmal mehr bewegen sich The Smile in einem kaleidoskopartigen Spektrum zwischen Alternative, Rock, Post-Punk, Avantgarde, Chillout, Grunge, Ambient, Jazz und Dreampop. Wahrscheinlich wäre es schneller, die Genres aufzuzählen, die das Trio mit „Cutouts“ nicht streift. Doch bei all den unterschiedlichen In- und Outputs gibt es ein paar verbindende Elemente, die die LP genauso tragen wie ihre Vorgänger: Genialität, kreatives Handwerk in Perfektion und die Fähigkeit, über den Tellerrand hinaus zu blicken. Dass die Herren trotz aller Nebenprojekte, die sie im Rahmen ihrer Solokarrieren verfolgen, ein derart beeindruckend ausgearbeitetes und hervorragend produziertes Werk vorlegen, zeigt einmal mehr, dass ihnen das Musikmachen in Fleisch und Blut übergegangen ist und sie zu den Persönlichkeiten gemacht hat, die sie heute sind. Anders lässt sich nicht erklären, wie sie es wieder und wieder schaffen, ein Glanzstück nach dem anderen abzuliefern.


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