REVIEW: Kylie Minogue „Tension II“

Da wird der Titel zur Kampfansage: Mit „Tension II“ setzt Kylie Minogue den Spannungsbogen fort, den das Schwesteralbum „Tension“ im vergangenen Jahr aufgebaut hat.

Kylie Minogue ist in vielerlei Hinsicht ein Phänomen. Zum einen, weil sie seit Ende der 80er Jahre immer wieder Erfolge feiert und mit 56 Jahren zu den wichtigsten Stimmen und Gesichtern der Popwelt zählt. Doch das ist nicht alles! Denn mehr noch als ihre ewige – wenn auch von ihr selbst nie so bezeichnete – Konkurrentin Madonna hat es die Australierin geschafft, immer dann ein Comeback zu starten, wenn die Presse sie schon abschreiben wollte. Zuletzt gelang dies Kylie im Sommer 2023, als ihr Song „Padam Padam“ aus dem Stand zur Pride-Hymne schlechthin avancierte und Kylie die Tanzflächen der Welt eroberte. Mit dem dazugehörigen Album „Tension” bewies sie dann, dass sie aktuelle Trends nicht nur aufgreifen, sondern sich ganz zu eigen machen kann. Plötzlich war Kylie Minogue die unangefochtene Königin des Disco-Pop und bestimmte dessen Spielregeln, anstatt sich ihnen unterwerfen zu müssen. Als es dafür Lob und Preise hagelte, beschloss Kylie, keine Zeit zu verlieren und einfach da weiterzumachen, wo „Tension“ mit einem Knall aufgehört hatte. Es folgten diverse spannende Kollaborationen, unter anderem mit Sia und The Blessed Madonna, und schließlich die Ankündigung, dass es mit „Tension II“ eine Fortsetzung ihres Chartstürmer-Albums geben würde. Und was für eine! Denn tatsächlich knüpft die LP nicht nur stilistisch an den Vorgänger an, sie setzt dem Ganzen sogar die sprichwörtliche Krone auf. Noch mitreißender, noch bunter, noch vitaler zeigen die 13 Tracks, dass man sich auf Miss Minogue verlassen kann, wenn es darum geht, zu überraschen und all den jungen Anwärterinnen auf ihre Stellung eine Absage zu erteilen. Was braucht es Newcomerinnen, wenn es schon eine Generationen verbindende Sensation wie Kylie Minogue gibt? Ob 20, 30, 40, 50 oder 60 – die Energie, die von „Tension II“ ausgeht, wird Menschen jeden Alters mitreißen. Das Album ist nicht nur hervorragend produziert, es macht auch Lust darauf, sich ein Ticket für die bevorstehende Weltournee im nächsten Frühjahr und Sommer zu sichern, um sich live an den Stücken eines der besten Popalben des Jahres zu erfreuen. 


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