Warum nicht noch eine Ehrenrunde drehen? Zaho de Sagazan kehrt mit „La symphonie des éclairs (Le dernier des voyages)“ ein letztes Mal zu ihrem Debütalbum von 2023 zurück und fördert weitere akustische Schätze zutage.
Ruhm, wem Ruhm gebührt! Die Französin Zaho de Sagazan hat es binnen kürzester Zeit geschafft, vom sprichwörtlichen Niemand zu einer der gefeiertsten Newcomer*innen Europas aufzusteigen. Sie spielte bei den Filmfestspielen in Cannes zu Ehren der Regisseurin Greta Gerwig, war bei der Schließzeremonie der Olympischen Spiele in Paris zu hören und räumte mit ihrem Debüt „La symphonie des éclairs“ zahlreiche Preise ab. Eben dieses Durchbruchsalbum, das ursprünglich im Frühjahr 2023 erschien, gibt es nun in einer Neuauflage zu bewundern. „La symphonie des éclairs (Le dernier des voyages)“ beherbergt neben den 13 Originaltracks sieben weitere, die allesamt der gleichen stilistischen Welt entstammen wie ihre „älteren Geschwister“. Nämlich einem düster flirrenden Elektropop-Reich, das Anleihen aus New Wave, Synthpop und Post-Punk der Achtziger ebenso in sich vereint wie klassische Chanson-Strukturen. Eine ungemein intensive Verbindung. Darüber thront de Sagazans tiefe, raue Stimme, die man dem 24-jährigen Blondschopf rein optisch kaum zutrauen würde. Doch genau das macht ihre Faszination aus. Persönlich und musikalisch bricht sie mit Klischees. „La symphonie des éclairs (Le dernier des voyages)“ ist ein sehnsuchtsvoller und kritischer Blick auf die Liebe einer Frau, die noch nie in einer festen Beziehung war. Und doch bringt sie die Aufregung, den Schmerz und die Unsicherheit, die mit dem Einlassen auf Zweisamkeit verbunden sind, besser zum Ausdruck als viele andere, die wissen, wovon sie singen. „Ich habe mir so viele Beziehungen vorgestellt, ich glaube, ich habe eine Ahnung davon bekommen“, scherzte sie bei ihrem ersten Berliner Konzert letzte Woche. Dabei zeigte sie dem Publikum neben ihrer Bühnenpräsenz, dass „La symphonie des éclairs (Le dernier des voyages)“ noch einige weitere Perlen bereithält, die man sich als Fan oder anspruchsvolle*r Zuhörer*in im Allgemeinen nicht entgehen lassen sollte. Da ist das titelgebende „Le dernier des voyages“, das sich zu einer technoiden Disco-Nummer entwickelt, das einfühlsame Duett „Old Friend“ mit Tom Odell, die Vorabsingle „Ô travers“, „Est-ce que tu vas bien? “, bei dem Zaho de Sagazans Gesang zerbrechlich und dadurch nur umso anmutiger und emotionaler wirkt, das laszive, mit Flüstern und Flehen durchsetzte „Hab Sex“, „Parler l’amour“, ein psychedelischer Kurztrip, und „L‘envol“, das die Platte wie einen langsam verklingende Spieluhr beschließt. Keines dieser Stücke möchte man missen, sobald man es zum ersten Mal gehört hat. Jedes einzelne erweitert das ohnehin schon vielseitige Repertoire um spannende, ungeahnte Facetten. Magnifique!

Pssst! Wer die innerhalb kürzester Zeit ausverkaufte Show von Zaho de Sagazan in Berlin verpasst hat, bekommt am 04.03.2025 noch einmal die Chance, die Avant-Pop-Sensation live zu erleben!

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