REVIEW: Warhaus „Karaoke Moon“

Warhaus mal anders: leichtfüßig und beschwingt. „Karaoke Moon“ ist die ersehnte Metamorphose eines talentierten Sängers und Songwriters.

Nachdem Maarten Devoldere monatelang an mehr als fünfzig Songs gearbeitet und sie schließlich seinem Produzenten vorgelegt hatte, kam von diesem ein ebenso simpler wie schockierender Kommentar zurück: „Das kannst du besser!“ Was ihn in tiefe Depression und Verzweiflung hätte stürzen können, bewirkte bei dem Belgier jedoch das genaue Gegenteil. Schließlich kann er sowohl mit seiner Band Balthazar als auch mit seinem Soloprojekt Warhaus auf eine mehr als erfolgreiche Karriere zurückblicken. Wissend, dass er kein Niemand und kein untalentierter Scharlatan ist, nahm er sich die Worte zu Herzen, dachte darüber nach und investierte weitere Stunden, Tage, Wochen und Monate, um an dem zu feilen, was nun den Namen „Karaoke Moon“ trägt. Herausgekommen ist ein Album, das sich deutlich von seinen drei Vorgängern „We Fucked a Flame into Being“ (2016), „Warhaus“ (2017) und „Ha Ha Heartbreak“ (2022) unterscheidet. Die charakteristische Mischung aus Chanson, Indie-Rock und Pop Noir ist zwar immer noch zu hören, aber mit einer Frische versehen, die man bisher vergeblich suchte. Devoldere wirkt selbstbewusster, weniger verletzt und in sich gekehrt. So lud er sogar seine Ex-Freundin Sylvie Kreusch, die Frau, die ihm unzählige schlaflose Nächte bereitet und ihn zu vielen seiner Herzschmerz-Songs inspiriert hatte, als Gastsängerin auf „Karaoke Moon“ ein. Warhaus scheint von jetzt auf gleich über den Dingen zu schweben. Als hätte er seine Flügel ausbreiten und eine Vogelperspektive einnehmen können, aus der er die Dinge, das Leben, die Liebe und die Leidenschaft mit dem nötigen Abstand betrachten kann, um ihr wahres Wesen besser zu verstehen. Bewaffnet mit poetischen Texten und einer Portion Soul fesseln die zehn final ausgewählten Tracks, ohne Klischees zu bedienen oder zu sehr auf die Tränendrüse zu drücken. „Karaoke Moon“ wirkt erwachsen, nachdenklich, aber auch unbeschwert. Maarten Devoldere beweist, dass er durchaus in der Lage ist, neue Wege zu gehen und sich weiterzuentwickeln. Fast möchte man sagen: Besser hat er noch nie geklungen! 


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