REVIEW: Sufjan Stevens „Carrie & Lowell (10th Anniversary Edition)“

Sufjan Stevens würdigt eine seiner wichtigsten Veröffentlichungen zum zehnten Geburtstag und verewigt gleichzeitig die Geschichte seiner Familie: «Carrie & Lowell (10th Anniversary Edition)».

Es ist nicht nur das wohl beste Album von Sufjan Stevens, sondern auch eine der berührendsten queeren Platten aller Zeiten. Mit «Carrie & Lowell» veröffentlichte Stevens 2015 einen höchst privaten Rückblick auf sein Leben und vor allem auf die Beziehung zu seiner zuvor an Krebs verstorbenen Mutter und deren Lebensgefährten. Mit reduzierten Melodien und intimen Texten zeichnete der amerikanische Folkstar ein ebenso liebevolles wie auch dialektisches Bild der Frau, die ihn zur Welt brachte, aber auch im Alter von einem Jahr wegen psychischer Probleme kurzzeitig aussetzte. Nun wird die LP zehn Jahre alt und Stevens feiert dieses Jubiläum mit einer erweiterten Version. Auf dieser sind neben den Originaltracks auch Demo- und Alternativversionen verschiedener Titel zu finden. Unter anderem von «Mytery of Love», das ursprünglich aus den Aufnahmesessions zu «Carrie & Lowell» stammt, dann aber auf dem Soundtrack zu Luca Guadagninos gefeiertem Filmdrama «Call Me By Your Name» landete und Weltruhm erlangte. Für das 40-seitige Begleitheft hat Stevens zudem Fotos aus seiner Vergangenheit durchforstet und daraus bewegende Collagen erstellt, die eine Kindheit und Jugend dokumentieren, in der sich glückliche und traurige Momente abwechselten. Wer «Carrie & Lowell» bisher nicht kannte, hat nun die Chance, sich in das Album zu verlieben. Alle anderen können in Erinnerungen schwelgen und einige bisher ungehörte Kapitel aufschlagen.

Diese Review erscheint in der kommenden Printausgabe des Mannschaft Magazins.


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