Madonna, Britney Spears, Beyoncé, Lady Gaga – und nun Addison Rae? Inspiriert von den großen Pop-Diven der letzten Jahrzehnte präsentiert die US-amerikanische Allrounderin mit „Addison“ ein Debüt, das ihr sowohl im Mainstream als auch an dessen Grenzen einiges an Anerkennung einbringen dürfte.
Das Phänomen Addison Rae begann im Jahr 2019 auf der beliebten Internetplattform TikTok. Die aus Louisiana stammende Tänzerin lud dort Videos hoch und konnte binnen kürzester Zeit Millionen von Klicks und Followern generieren. Um ihre noch junge, aber extrem vielversprechende Karriere voranzutreiben, zog Rae kurz darauf nach Los Angeles, begann ein Journalismusstudium und weitete ihre Präsenz auf andere Internet-Medien aus. Es folgten Projekte wie ein Podcast mit ihrer Mutter („Mama Knows Best“), die ebenfalls als Influencerin aktiv ist, eine eigene Kosmetiklinie und Schauspielauftritte in Film und Fernsehen (u. a. „He’s All That“, „Thanksgiving“). Parallel dazu veröffentlichte Addison Rae ihre erste EP „AR“ (2023) und war Teil des gehypten Brat-Remix-Albums „Brat and It’s Completely Different but Also Still Brat“, wodurch auch andere Künstler*innen auf sie aufmerksam wurden und mit ihr zusammenarbeiten wollten. Dazu gehören A. G. Cook, Rita Ora und Arca. Addison Raes Omnipräsenz wuchs zunehmend. Magazine vom „Rolling Stone” bis zur „Vogue” stürzten sich auf sie und ihr durchaus ausgeklügelter Plan, ein Star zu werden, schien aufzugehen. Dass gleichzeitig auch der Druck zunahm, ist verständlich. Als sie schließlich ihr Debütalbum „Addison“ ankündigte, stiegen die Erwartungen von Fans und Kritikern ins Unermessliche. Aber auch hier verließ sich Addison Rae auf ihr Gespür und veröffentlichte insgesamt fünf Vorabsingles, um die Spannung der Hörer:innen hochzuhalten und auszuloten, ob sich Erfolg einstellen würde – was schließlich geschah, denn alle Tracks konnten zwei- bis dreistellige Millionenzahlen an Aufrufen generieren. Beginnend mit „Diet Pepsi“ über „Aquamarine“, „High Fashion“ und „Headphones On“ bis hin zu „Fame Is A Gun“. Die Titel spiegeln dabei das stilistische Spektrum von „Addison“ gut wider. Intelligenter Pop, der von Dance- und Electronica-Elementen angeheizt wird, Laszivität ausstrahlt, aber auch mal verträumter und besinnlicher daherkommt. Vor allem bei Stücken wie „Times Like These“ ist Raes Referenz zu Madonnas „Ray of Light“ deutlich zu hören. Vieles erinnert an die Ästhetik der späten Neunziger und frühen 2000er Jahre. Die Mischung aus Nostalgie, Female Empowerment und hier und da eingestreuten scharfkantigen, avantgardistischen Elementen grenzt Addison Rae klar von Kolleg*innen wie Taylor Swift oder Ariana Grande ab und ist gleichzeitig spannend und gehaltvoll. So klingt Pop, der etwas kann!


Kommentar verfassen