WIN: Coals „Tamagotchi“

Als in den Neunzigern ein kleines elektronisches Haustier die Kinderzimmer eroberte, ging ein Schrei durch die Menge. Viele Eltern hatten Angst, ihre Zöglinge könnten zu viel Zeit mit diesem kleinen digitalen Spielzeug verbringen und so völlig den Bezug zur Realität verlieren. Proteste und mediale Hetzjagden wüteten und man versuchte, der vermeintlich aufkommenden Verwahrlosung der Jugend entgegenzuwirken. Was würden die Kritiker von damals wohl sagen, wenn sie gewusst hätten, welches Bild sich heute in unserer Gesellschaft abzeichnet. Einer Gesellschaft, in der jeder nur noch gebannt auf den Bildschirm seines Smartphones schaut und das Gegenüber kaum noch wirklich wahrnimmt. Und zwar unabhängig davon, ob er oder sie früher eins der besagten lustig blickenden Eier mit Schlüsselanhänger besessen hat oder nicht. Das Tamagotchi war kein Teufelswerk, sondern nur einer dieser berühmt berüchtigten Kieselsteine, die eine Lawine ankündigen. Außerdem hatte es einen entscheidenden Vorteil: Es verband seine Besitzer auch im wirklichen Leben miteinander. Immerhin zeigten sich die Kids ihre kleinen Begleiter gegenseitig, sprachen darüber und gaben sie sogar zu Freunden in Pflege, wenn sie sich selbst nicht um sie kümmern konnten. Was hat dies nun aber alles mit unserer heutigen Albumvorstellung zu tun? Das Tamagotchi ist Namenspate für das lang ersehnte Debüt des polnischen Duos Coals.

Als frühe Mitglieder einer Generation von Digital Natives, also einer Gruppe von Menschen, die bereits mit moderner Technik und dem Internet aufwuchs, erwecken Coals auf ihrem Erstlingswerk eine gänzlich neue Art der Nostalgie. Statt in die 60er, 70er oder 80er zurückzublicken, wie es momentan viele ihrer Künstlerkollegen im Zuge des andauernden Retro-Hypes tun, verarbeiten Katarzyna Kowalczyk und Łukasz Rozmysłowski auf „Tamagotchi“ stattdessen markante Neunziger-Metaphern. Spannend ist das insofern, als dass es ihnen gelingt, damit eine ganz eigene Romantik zu kreieren. Nicht zuletzt auch dank des instrumentalen Backgrounds, in den Coals ihre Texte einbetten. Dieser bietet – neben sphärischen Dream-Pop- und Ambient-Texturen – flirrende Hip-Hop-Vibes sowie ein von Trip-Hop und Shoegaze infiziertes Pop-Gemisch. Nun wäre das an allein schon Grund genug, sich das Album zu Gemüte zu führen, doch sollte Coals große Stärke, sogartige Melodiebögen zu spannen, keinesfalls unerwähnt bleiben. Dynamisch und von der bittersüßen Melancholie Kowalczyks Gesangs befeuert ergießen sich die Kompositionen der beiden Polen über den Hörer. Zurückbleibt ein Gefühl, wie man es auf der Haut verspürt, nachdem man einen kalten Regenschauer hinter sich gelassen und es in die Wärme seiner Wohnung zurückgeschafft hat.
Ein beeindruckendes Debüt zweier Ausnahmenewcomer!


GEWINNSPIEL

Um ein CD-Exemplar von Coals „Tamagotchi“ zu ergattern, das uns popup-records und AdP Records zur Verfügung gestellt hat, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und kommentiert das dort befindliche Gewinnspiel-Foto.

Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff „Tamagotchi“ an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)

Teilnahmeschluss ist der kommende Montag, der 16.10.2017.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall. Wir verschicken unsere Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Erfolg!

Weitere Infos zu Coals gibt es hier:
Facebookseite | Youtube | Soundcloud | Tourtermine

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