REVIEW: Tune-Yards „I Can Feel You Creep Into My Private Life“

In Zeiten von „Time’s Up“, jener Bewegung, die auf die ungerechte Behandlung und den Missbrauch von Frauen in vielen Bereichen aufmerksam machen und deren Ende einläuten will, vermag Tune-Yards „I Can Feel You Creep Into My Private Life“ den Aufbruch in eine neue Zukunft auf musikalischer Ebene zu unterstreichen.

Merrill Garbus ist ein Paradebeispiel für eine selbstbestimmte Feministin, für einen freidenkenden Menschen. Seit Beginn ihrer Karriere nutzt die Kalifornierin ihre Kunst und Popularität, um ihrer Wut gegen Missstände Luft zu machen. Anstatt sich dabei aber in verkopften Kompositionen zu verlieren oder mit aufgeblasenem Pathos den Ist-Stand unserer Gesellschaft zu beklagen, verlässt sich Garbus auf ein anderes Erfolgsrezept, dessen Wirkgewalt auch auf „I Can Feel You Creep Into My Private Life“ vollends zu tragen kommt. Sie und ihr Partner Nathaniel „Nate“ Brenner haben eine Platte erschaffen, die es versteht, Understatement mit Lebenslust und Tanztauglichkeit zu verbinden. Ebenso unkonventionell wie charmant ruft das Album zum Hinterfragen von Gegebenheiten auf und bietet all seinen Zuhörern einen mitreißenden Groove, mithilfe dessen man genügend Energie und Kraft tanken kann, um das Hamsterrad zu verlassen, in dem viele von uns gefangen zu sein scheinen.  „I Can Feel You Creep Into My Private Life“ bündelt Einflüsse aus den verschiedensten Kulturen und Epochen, wirkt trotz seines Innovationsgeistes erstaunlich vertraut und erinnert in bester Manie an Künstler wie Róisín Murphy oder Nina Simone. Es verwundert wahrlich nicht, dass Tune-Yards von vielen Kollegen immer wieder als Inspirationsquelle herangezogen und in den Himmel gelobt werden. Auch wir sind restlos begeistert!

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