REVIEW: Lucy Rose „No Words Left“

Authentizität kann man nicht lernen. Wie sie sich anhört, lässt sich allerdings an Lucy Roses Karrieremeilenstein „No Words Left“ nachvollziehen.

Wenn keine Worte mehr übrig sind, bleiben einem noch Melodien, um das Gegenüber zu (be)rühren. Als Meisterin dieser Disziplin hat sich Lucy Rose in den letzten Jahren einen Namen gemacht und trat indes erfolgreich aus dem Schatten ihres Gastsängerdaseins bei Bombay Bicycle Club. Auf „No Words Left“ berichtet sie von dem Ende einer Beziehung und skizziert dieses mit erschreckend eindrücklicher Gefühlskulisse nach. Zwischen Verzweiflung und Trauer, zwischen Sehnsucht und Wut, steigt eine gereifte Musikerin empor, die mit dem charmanten Indiepop-Mädchen, für das man uns Rose anfangs ihrer Karriere noch verkaufen wollte, kaum etwas zu tun. Stattdessen hat die Britin, trotz vermeintlicher Wortlosigkeit, mehr denn je zu ihrer eigenen Stimme gefunden und einen akustischen Fingerabdruck entwickelt, der sie fortan unverwechselbar machen soll. „No Words Left“ zeigt ihr gereiftes Kompositionsgeschick, ehrlich und ohne jedwede Effekthascherei. Da passiert es fast beiläufig, dass man zu der Einsicht gelangt, dass Rose eine ernstzunehmende Anwärterin auf das Erbe all der in die Jahre gekommenen Liedermacherinnen darstellen dürfte. Sich dieser Tatsache, wenn vielleicht auch nur unbewusst, ein wenig mehr im Klaren, präsentiert sich die 29-Jährige uneitler und verletzlicher denn je. Sämtliche Schutzhüllen, in die sie sich zuvor noch aus Unsicherheit gehüllt hat, scheinen abgestreift. Zum Vorschein kommt eine gnadenlos talentierte junge Frau, die in mitten von elf originellen Songs, zu strahlen beginnt.

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