REVIEW: Lana Del Rey „Blue Banisters“

Da ist sie wieder! Pop-Poetin Lana Del Rey meldet sich nur wenige Monate nach der Veröffentlichung von „Chemtrails over the Country Club“ mit dem Nachfolger „Blue Banisters“ zurück und bedient bereits bekannte Muster.

Da aufgrund der Pandemiebestimmungen der letzten eineinhalb Jahre die meisten Liveauftritte ins Wasser fallen musste, wurde auch der oft typische Kreativzyklus, der das Touren als festen Bestandteil nach dem Release einer Platte beinhaltet, für viele Künstler*innen durchbrochen. Folglich erstaunt es nicht, dass der Markt zunehmend mit LPs überflutet wird, die diesem Umstand geschuldet sind. Ob „Blue Banisters“ dazu gehört oder nicht, sei dahingestellt. Feststeht jedenfalls, dass das achte Studioalbum Lana Del Reys nahtlos an die romantische Pop-Noir-Ästhetik seiner Vorgänger anknüpft. Die ewig selbe Leier, könnte man meinen. Lauthals ertränkt die New Yorkerin ihren Weltenschmerz in zuckersüßer Melancholie. Getragen von Downtempo-Instrumentalisierungen, die das Piano in den Vordergrund stellen, schlängelt sich der charakteristische Gesang der Lana Del Reys durch cineastisch ausstaffierte Retromanie-Sequenzen. Eigentlich kann sie dabei kaum noch etwas falsch machen. Außer, dass ihr junge Kolleginnen wie Billie Eilish irgendwann langfristig den Relevanzrang ablaufen werden. Denn stimmtechnisch fesselt die 36-Jährige auch mit der hundertsten Neuauflage der ewig gleichen Nummer noch wie am ersten Tag. Wenn dann aber einmal kurt der zornige Beat bei „Interlude – The Trio“ aufheult, während Mariachi-Trompeten Wüstenflair versprühen, wird der Wunsch nach stilistischen Wagnissen doch ein wenig lauter. Leider bleibt das beschriebene Szenario im weiteren Verlauf aber größtenteils unbeachtet. Schade, handelt es sich doch um einen spannenden Impulsgeber, dem Lana Del Rey und ihre Erfolgsproduzenten Mike Dean und Zach Dawes durchaus mehr Beachtung hätten schenken können. So hingegen wirkt er fast ein wenig deplatziert in dem sonst vor sich hin säuselnden Gesamtgeschehen. Genauso wie „Dealer“, ein ebenfalls nicht klassisch wirkender Del Rey-Song.

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