REVIEW: Infant Finches „Sci-Fi Immune“

Hoffnungsträger der Indie-Szene hierzulande: Infant Finches können was, wie ihr Debüt „Sci-Fi Immune“ beweist.

Was? Diese Band kommt aus Deutschland? Das kann doch gar nicht sein! Selbst nach Jahren voller Gegenbeweise haben viele von uns weiterhin nicht auf dem Schirm, dass unsere Republik auch fern von Berlin das Potenzial birgt, spannende Newcomer hervorzubringen. Zu diesen gehört – ganz ohne Zweifel – das Duo Infant Finches aus Köln. Wobei man streng genommen sagen muss, dass einer der beiden dänische Wurzeln mitbringt. Und unseren Nachbarn wird eine gewisse musikalische Finesse deutlich schneller zugesprochen. Wie dem auch sei, das Debüt von Infant Finches ist ein Goldstück! Lässig knüpfen Frederik Fog Bruun und Jan Philipp strapazierfähige Bande zwischen Shoegaze, Psychedelica, Artrock und Indie. Trotz der vielen rückwärtsgewandten Referenzen klingt die Platte trotzdem frisch und lässt gleichzeitig Raum für Projektionen, statt die Hörer*innen mit allzu formklaren Lyrics in eine gewisse Richtung lenken zu wollen. Ein Collagenalbum in Text und Ton quasi. Genau das macht die Faszination von „Sci-Fi Immune“ aus. Mithilfe ihres ungezwungenen Ansatzes kommen Infant Finches schon auf ihrem Erstlingswerk bereits dort an, wo andere Bands erst einen jahrelangen Prozess der Findung, des stetigen Hinterfragens der eigenen Künstelr*innenidentität voranstellen müssen. Gut gemacht, Jungs!  


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