REVIEW: Röyksopp „Profound Mysteries II“

Wer hätte das gedacht? Nachdem ihr sechstes Studioalbum schon einen Bruch mit früheren Aussagen darstellte, schieben Röyksopp kein halbes Jahr später ihr siebentes direkt hinterher: „Profound Mysteries II“.

Es war eine echte Überraschung, als Röyksopp im April „Profound Mysteries“ vorlegten, hatten sie schließlich 2014 angekündigt, sich vom Albumformat verabschieden und nie wieder eins veröffentlichen zu wollen. Gefreut hat es die Fangemeinde natürlich trotzdem, und diese Freude darf weiter anhalten, denn es gibt bereits eine Fortsetzung zu „Profound Mysteries“. Anders als damals bei dem Doppelalbum-Projekt „Junior“ (2009) und „Senior“ (2010), zwei Platten, die wie Ying und Yang aufeinander reagierten – die eine quirlig und vital, die andere bedacht und düster – knüpft „Profound Mysteries II“ hingegen an die Dynamik des Vorgängers an und fungiert als fast klassische Zugabe. Zehn Songs umfasst die LP und keinen einzigen davon möchte man missen. Neben treibenden Beats und den für das Duo charakteristischen Synthesizer-Spuren, die von Svein Berge und Torbjørn Brundtland übrigens allesamt analog produziert wurden, sind auf „Proufound Mysteries II“ erneut die Feature-Gäste Astrid S, Pixx, Susanne Sundfør, Jamie Irrepressible und erstmals auch die englische R’n’B-Sängerin Karen Harding zu hören. Stilistisch durchquert die Platte derweil sämtliche Genres, die irgendwann einmal eine Rolle in der ausgedehnten Diskografie der Norweger gespielt haben: Elektropop, House, Progressive Rock, Drone, Filmmusik, Chillout und Ambient. Mithilfe dieses breiten Spektrums sind Röyksopp in der Lage, gleichermaßen Up-Tempo-Nummern („Demiclad Baboons“, „Unity“) wie auch schwelgerische Balladen („It Was A Good Thing“, „Sorry“, „Control“) zu kreieren und zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufügen. Nach über zwei Jahrzehnten im Geschäft gelingt es Brundtland und Berge noch immer, die für sie typische Klang-DNA binnen weniger Takte durchschimmern zu lassen, diese stetig weiterzuentwickeln und mit neuen Impulsen aufzufrischen. „Profound Mysteries II“ ist ein klassisches Röyksopp-Werk mit vielen Stärken und kaum Schwächen.


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