REVIEW: Christine and the Queens „PARANOÏA, ANGELS, TRUE LOVE“

Christine and the Queens macht sich mit «PARANOÏA, ANGELS, TRUE LOVE» unsterblich. Ein Album allererster Güte!

Inspiriert von Tony Kushners bewegendem Theaterstück «Angels In America», das sich mit dem politischen Umgang und den verheerenden Auswirkungen der AIDS-Krise in den Achtzigerjahren in den USA beschäftigt, erschuf Héloïse Letissier alias Redcar (oder schlicht Chris) «PARANOÏA, ANGELS, TRUE LOVE» – sein bis dato imposantestes, nachdenklichstes Werk. Was aber ist es, dass die insgesamt zwanzig Stücke zu echten Gänsehautprovokateuren werden lässt? Zum einen natürlich die dahinterliegende Geschichte, zum anderen aber auch der spürbare Kampf Letissiers, sich in einer cis dominierten Welt als queere Identität behaupten zu müssen. Die LP ist durchzogen von einer Fragilität, die einen als Hörer*in packt und in die Knie zwingt. Da konnte selbst die Queen of Pop, Madonna, nicht anders und steuerte ein paar Vocals zu drei der Songs bei. Wenn dann auch noch Pachelbels berühmter «Canon in D» im Hintergrund eines Tracks erklingt, ist die Illusion perfekt. Ätherisch und einem religiös anmutenden Pathos verschrieben, graviert Christine and the Queens «PARANOÏA, ANGELS, TRUE LOVE» in die Annalen der Musikgeschichte ein.

Diese Review ist in der aktuellen Printausgabe des Mannschaft Magazins erschienen.


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