Rückkehr mit einem Knall: Readymade FC erinnert uns mit „I Can Change“ daran, dass sich eins niemals ändern wird, nämlich sein Händchen für außergewöhnlichen Alternative Pop.
Ganze 17 Jahre ist es her, dass das letzte Album von Readymade FC, „Babilonia“, erschien. Danach griff der Kopf hinter dem Projekt vorrangig anderen Musiker*innen als Songschreiber unter die Arme oder produzierte Soundtracks zu Filmen wie dem französischen Kinohit „LOL (Laughing Out Loud)“ mit Sophie Marceau. Vermisst hat man Jean-Philippe Verdins eigenwillige Art, Popmusik mit allerhand Einflüssen aus teils konträr anmutenden Genres (Jazz, Hip-Hop, Electronica, Alternative etc.) ad absurdum zu führen, dennoch. Und scheinbar ging das nicht nur den Fans, sondern auch dem 56-Jährigen selbst so. Zumindest würde das erklären, warum Verdin sich sowohl liegen gebliebenen älteren als auch jüngeren Songideen erneut annahm, um daraus die LP „I Can Change“ zu stricken. Wie schon in der Vergangenheit lud er im Zuge dessen zudem unterschiedlichste Kolleg*innen ein, am Entstehungsprozess der Platte teilzuhaben und diesen aktiv mitzugestalten. Denn wenn Readymade FC eins hochhält, dann die Gleichberechtigung zwischen allen Beteiligten, in der Hoffnung, gängigen Machtverhältnissen dadurch von vornherein entgegenzuwirken. Schon lange ärgerte Verdin nämlich, wie männliche Produzenten ihre weiblichen Co-Stars zu rein ausführenden Akteurinnen degradierten, sah er in der Kreativität seines Gegenübers schließlich schon immer eine Quelle für neue Inspiration(en) und eine Reflexionsfläche, die das eigene Potenzial herausfordern kann. „I Can Change“ hat folglich nicht nur eins, sondern gleich mehrere Gesichter, Stimmen, ja sogar Temperamente – je nachdem, wer sich als Featuregast eingebracht hat. Fragmentiert klingt die LP trotzdem nicht, was Readymade FCs charakteristischer Dynamik und der grundlegenden verbindenden Experimentierfreude zu verdanken ist.


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