REVIEW: Little Dragon „Slugs of Love“

Eins, setzten! Und bitte trotzdem weitermachen! Little Dragons „Slugs of Love“ ist eine absolute Glanzleistung!

Seit nunmehr 20 Jahren finden sich die einstigen Schulfreunde Yukimi Nagano, Erik Bodin, Fredrik Wallin und Håkan Wirenstarnd regelmäßig in ihrem Studio in Göteborg zusammen, um dort gemeinsam an Platten zu arbeiten. Ein Erfolgskonzept, das aufgeht, wenn man sich die mehrfach ausgezeichnete Diskografie der vier Schweden, zu der auch Alben wie „Ritual Union“ (2011) oder „New Me, Same Us“ (2020) gehören, anschaut. Mit „Slugs of Love“ kommt heute ein siebentes Werk hinzu – und das hat es in sich! Denn was Little Dragon besser verstehen als viele ihrer Kolleg*innen, ist, bestehende Strukturen aufzulösen und alten Mustern zu entfliehen, um sich so Naivität und Neugier als Kreativitätskatalysatoren zu bewahren. „Slugs of Love“ atmet Frische, Experimentierfreude und Mut. Den einzelnen Songs ist der Spaß am Musikmachen, den ihre Schöpfer verspürt haben müssen, als sie sie erschufen, schlichtweg anzuhören. Kein Instrument, keine Taste und kein Regler waren sicher, als Little Dragon die Klangkulissen für die elf Tracks zusammenschusterten. Emotionsgesteuert erforschten sie ihr Equipment noch einmal aus völlig neuen Blick- bzw. „Hör“-winkeln und durchliefen dabei gefühlstechnische Berg- und Talfahrten. Zusammen mit cleveren Texten und Gastauftritten von Damon Albarn („Glow“), mit dem sie schon für den Gorillaz-Song „Empire Ants“ zusammengearbeitet hatten, oder dem Rapper JID hat das Quartett eine Platte erschaffen, die vor allem eins ist, nämlich vital! Zu Recht bezeichnen Little Dragon „Slugs of Love“ selbst als beste ihrer bisherigen Arbeiten. Differenziert, bunt und zu keinster Zeit langweilig vermag es die LP, zu strahlen.


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