Kurt Viles Aneinanderreihung verschiedener Einzeltracks zu etwas, das er selbst als EP bezeichnet, besticht trotz allem durch seine Geschlossenheit: „Back To Moon Beach“.
Neun Songs und eine Spielzeit von fast einer Stunde – warum in aller Welt nennt Kurt Vile sein neuestes Werk „Back To Moon Beach“ eine EP? Schließlich sind EPs (Extended Plays) per Definition eher ein Bindeglied zwischen einem einzeln veröffentlichten Song, also einer Single, und einem Album. Vermutlich liegt der Grund aber in der Konzeption. Denn die Titel auf „Back To Moon Beach“ sind ein Sammelsurium aus Stücken, die im Ursprung nicht als Einheit gedacht waren. Vielmehr handelt es sich um ein Mischmasch aus Stand-Alone-Titeln, Covern und Neuauflagen beliebter Tracks, die im Laufe der letzten vier Jahre in unterschiedlichen Aufnahmesessions eingespielt und produziert wurden. Gemeinsam funktionieren sie trotzdem! Und das liegt zweifellos an der typischen Vile-Note. Betont lässig singt der 49-Jährige seine Geschichten über die Liebe und das Leben und lässt sich dabei von typischen Folkrock-Instrumenten begleiten. Wie auch auf seinen regulären Alben ist es die Zugänglichkeit der Tracks, die einen als Hörer*in sofort packt. Es bedarf keiner tieferen Auseinandersetzung – auch wenn diese beim zweiten oder dritten Hören durchaus gewinnbringend ist – um „Back To Moon Beach“ in sein Herz zu schließen. Um sich vom Rhythmus der Platte mitreißen zu lassen und ins Schunkeln und Tänzeln zu geraten. Unterstützt von Wegbegleiter*innen wie Cate Le Bon, Stella Mozgawa (Warpaint), Chris Cohen, “Farmer” Dave Scher, Mikel Patrick Avery oder seinem Bandmitglied Adam Langelotti ist schließlich ein kohäsives Stück Musik entstanden, das ursprünglich gar nicht den Anspruch hatte, selbiges sein zu wollen. Wenn dann auch noch Viles Töchter Awilda und Delphine bei einer Interpretation von Dylans „Must Be Santa“ zu hören sind, kommt nicht nur eine heimelige Vorweihnachtsstimmung auf, sondern füllt plötzlich so etwas wie Glückseligkeit den Raum.


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