Sie hat es drauf, auch als Soundtrack-Komponistin: Charlotte Brandi verleiht dem Film „LASVEGAS“ eine besondere Hintergrundkulisse.
Es kommt nicht selten vor, dass Musiker*innen, die man vor allem als Songwriter*innen und Sänger*innen kennt, auch für die akustische Untermalung von Filmen verpflichtet werden. Charlotte Brandi, ehemals Teil des Duos Me and My Drummer, besticht seit geraumer Zeit durch ihre kreative Wandlungsfähigkeit. Ihr 2023 erschienenes deutschsprachiges Album „AN DEN ALPTRAUM“ macht da keine Ausnahme. Statt mit opulentem Indie-Pop – wie auf den Vorgängern – wartete die Platte mit frecher Ironie und einer musikalischen Szenerie auf, die ebenso volkstümlich wie progressiv daherkam. Für den Soundtrack zu Kolja Maliks „LASVEGAS“ unterzog sich die Wahlberlinerin einer weiteren stilistischen Metamorphose. Um die Geschichte der ebenso stürmischen wie schmerzhaften Liebe zwischen den Protagonisten Tristan und Sunny adäquat zu illustrieren, legte Brandi das stilistische Korsett von „AN DEN ALPTRAUM“ weitgehend ab und bediente sich stattdessen überwiegend elektronischer Kompositionen, die sie mal mit Country- oder Swing-Einflüssen, mal mit düstereren Synthwave-Tupfern kontrastierte. Das Ergebnis sind 15 Song-Miniaturen, die sowohl als Ganzes als auch einzeln funktionieren. So aufregend und bunt wie das Leben, vereinen sie Licht und Schatten, wirken verträumt aber auch scharfsinnig, und schaffen es immer wieder, die Hörer*in zu überraschen. Bei ein paar der Tracks greift Charlotte Brandi zudem zum Mikrofon, um mit englischen Texten kleine Botschaften in die Dynamik ihrer Stücke einzuweben. Die Musik von „LASVEGAS“ macht Lust, so schnell wie möglich ins Kino gehen und die Bilder zu Titeln wie „Sunny Robe / Love Theme I“, „Diner“, „Only The Dream Remains“ oder „Sober Little Shit / Love Theme II“ sehen zu wollen.


Kommentar verfassen