REVIEW: Liam Gallagher & John Squire „Liam Gallagher & John Squire“

Zwei Platzhirsche zeigen, wer den Brit-Pop in den 90er Jahren zu dem gemacht hat, was er war: „Liam Gallagher & John Squire“ ist das Debüt der gleichnamigen Musiklegenden. 

Da die Gallagher-Brüder nach wie vor wenig freundliche Worte füreinander übrig haben und mit provokanten Aussagen für Schlagzeilen sorgen, bleibt eine Oasis-Reunion unwahrscheinlich. Das mag den einen oder anderen Fan traurig stimmen, hat aber auch einen Vorteil: Beide haben Kapazitäten, um an anderen Projekten zu arbeiten. Und weil es ein bisschen wie ein Wettbewerb ist, spornt es die Gallaghers hin und wieder sogar zu Höchstleistungen an. Während Noel mit seinen High Flying Birds durch die Rockszene „fliegt“, hat Liam nach einigen Soloalben beschlossen, es noch einmal in einer Duo-Formation zu versuchen. Und zwar mit keinem Geringeren als seinem Kollegen John Squire (The Stone Roses, Seahorses). Gemeinsam machen die beiden Engländer das, was sie am besten können – und was man irgendwie von ihnen erwartet. Sie schreiben, komponieren und spielen Brit-Pop. Ihr Erstlingswerk „Liam Gallagher & John Squire“ ist eine Sammlung von zehn Stücken, die zwar rockig, aber doch poppig genug sind, dass man sich ihnen nähern kann, ohne an scharfen Kanten hängen zu bleiben oder sich von allzu verkopften Experimenten in den geistigen Wahnsinn treiben zu lassen. Die Platte ist im besten Sinne solide. Sie erfindet nichts neu, macht aber auch wenig falsch. Gitarrensounds, Drums, lässiger Gesang – das sind altbewährte Zutaten, die nach wie vor einen angenehmen Geschmack hinterlassen. Während die Welt sich der Fusion verschiedenster Genres verschreibt, machen Squire und Gallagher das Gegenteil. Sie schwimmen gegen den Strom, ohne sich dafür anstrengen zu müssen. Ist das konservativ? Vielleicht! Aber Verlässlichkeit ist nicht immer schlecht.


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