REVIEW: Lucy Rose „This Ain’t The Way You Go“

Statt aufzugeben und an widrigen Umständen zu verzweifeln, fand Lucy Rose die Kraft, ihr bisher beeindruckendstes Album zu schreiben: „This Ain’t The Way You Go Out“.

In den letzten Jahren wurde Lucy Rose Mutter eines Sohnes und gründete ihr eigenes Plattenlabel Real Kind Records. Gleichzeitig erlitt sie einen schweren Schicksalsschlag: Die Schwangerschaft löste bei ihr eine seltene Form von Osteoporose aus, in deren Folge sie unter Schmerzen zusammenbrach und in ihrer Bewegungsfähigkeit stark eingeschränkt war. Doch sie resignierte nicht, sondern kämpfte sich mit Hilfe von Therapien und der Unterstützung ihrer Familie, vor allem durch den Mut, den ihr Sohn Otis ihr gab, wieder zurück ins Leben. Doch auch das Musikmachen trug maßgeblich dazu bei, dass die Britin wieder gesünder und stabiler werden konnte. Dass sie dabei massiv über sich hinausgewachsen ist, spürt man, wenn man sich das in dieser Zeit entstandene Album „This Ain’t The Way You Go Out“ anhört. Es mag banal klingen, aber was Rose beherrscht, als wäre es das Einfachste überhaupt, ist Songs zu schreiben, deren Melodien eingängig und doch originell sind, deren Dynamik mitreißt und deren Texte zutiefst berühren. Das ist alles andere als selbstverständlich und es ist wirklich beglückend zu erleben, wie ein einzelner Mensch seine Kreativität aderart zum Ausdruck verbringen zu mag. Manche Dinge, so schrecklich und zerstörerisch sie auf den ersten Blick auch erscheinen mögen, sind manchmal genau die, die unser Potenzial in einer Weise freisetzen, die wir kaum für möglich gehalten hätten. Auf „This Ain’t The Way You Go Out“ wirkt Lucy Rose freier, stilistisch experimentierfreudiger und reifer denn je. Die Platte ist das wundervolle Geschenk einer nachdenklichen und toughen Musikerin.


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