REVIEW: Angela Aux „Spacelarking in the Age of Spiritual“

Der Mann für überirdische Sounds: Angela Aux reist mit „Spacelarking in the Age of Spiritual Machines” erneut in ein funkelndes Folktronica-Universum, das die Sinne zu betören vermag.

Warum über Banales schreiben, wenn da draußen die Unendlichkeit wartet? Wenn es mehr zu entdecken gibt, als der Verstand sich je vorstellen kann? Florian Kreier erforscht mit seinem Projekt Angela Aux lieber das Außergewöhnliche, als sich mit dem Gewöhnlichen auseinanderzusetzen – auch wenn er es irgendwie doch tut, sobald er über Sterne, ferne Planeten, Digitalisierung und ein Morgen sinniert, in dem künstliche Intelligenzen unsere Erde (mit)regieren. Denn irgendwie verbirgt sich in all den ausufernden Gedanken über noch so irrwitzige Dinge am Ende immer ein Bezug zur Gegenwart, zum eigenen Leben. Und das führt der kreative Kopf, der schon bei Aloa Input mitmischte, soweit wir wissen, nach wie vor als Mensch. Wer sich mit Angela Aux‘ jüngster Arbeit „Spacelarking in the Age of Spiritual Machines“ beschäftigt, könnte daran aber tatsächlich ein wenig zweifeln, denn Kreier kombiniert synthetische Tonspuren so geschickt miteinander, dass ihnen tatsächlich etwas Galaktisches anhaftet. Wie man es aus Filmen kennt, die in den 70er und 80er Jahren Visionen einer Zukunft mit dem Publikum teilten, in der Menschen fremde Welten besiedeln und ihren Alltag an der Seite von Maschinen bestreiten. Retro-Futurismus pur! Folk trifft auf Synthie-Pop, Liedermacherrei auf Programmierung. Dieses Spannungsfeld bietet den perfekten Nährboden für Songs wie „Alien Monologue“, „Traveler oft eh Mind“ oder „Now is the Future oft he Past“. „Spacelarking in the Age of Spiritual Machines“ ist im Gegensatz zu manch früherer Veröffentlichung ruhiger und weniger psychedelisch. Als Zuhörer*in hat man die Möglichkeit, sich sowohl aus der Ferne (wenn die Platte nebenher läuft) als auch aus der Nähe (wenn man sich bewusst darauf einlässt) behutsam davontragen zu lassen. Von sanften Klangschwaden, die wie eigene Universen um verschiedene Fixpunkte kreisen. Diese Fixpunkte sind vor allem Kreiers Kreativität, sein ausgefeiltes musikalisches Können und sein Gespür für die richtige stilistische Dosierung. Da wird jeder Zeitbezug wie von einem schwarzen Loch verschluckt und es entstehen ganz eigene existenzielle Regeln. Ein Abenteuer, das man sich nicht entgehen lassen sollte!


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