Es ist nicht nur das intimste und persönlichste Album von Bat for Lashes, sondern auch ihr bisher beeindruckendstes: „The Dream of Delphi“.
Eines Tages wird Natasha Khan ihrer Tochter sagen können, dass sie nicht nur das Größte für sie ist, sondern dass sie ihr und der Tatsache, ihre Mutter sein zu dürfen, eine komplette LP gewidmet hat. Ein unsterblicher, nie verblassender Liebesbeweis. „The Dream of Delphi“ – das sechste Studioalbum der preisgekrönten Britin ist atemberaubend. Wunderschön, berührend und innovativ. Khan wendet sich deutlich von ihren bisherigen Werken unter dem Pseudonym Bat For Lashes ab und begibt sich in bisher von ihr eher unerforschte Klangwelten – nein, nennen wir sie Klangkosmen. Zwar erfährt ihr charakteristischer Stil in Teilen eine Wiedergeburt, da weiterhin elektronische mit akustischen Elementen verwoben werden, doch integriert Khan in diese Fusion neue Strukturen und lässt sie andere, speziellere Formen annehmen. Sowohl die artifiziellen als auch die organischen Einflüsse wirken leichter, ätherischer und weniger dramatisch als je zuvor. Fast naiv – wie eine wiederentdeckte Freude daran, weniger verkopft zu sein. Ein Zustand, den sich das Gehirn in Momenten, in denen die Versorgung eines kleinen Menschen im Vordergrund steht und alle notwendigen kognitiven Kapazitäten aufbraucht, einfach nicht leisten kann. Stattdessen öffnet sich eine Tür für darunter liegende und evolutionär viel ältere Entitäten: Die Emotionen. „The Dream of Delphi“ transportiert sie ungefiltert und mit massiver Wucht. Von purer Freude bis hin zu dunkleren Gefühlsnuancen, die Bat for Lashes jedoch behutsam in ihre Lyrics verpackt. Es ist definitiv ein Bauch- und kein Kopf-Album. Als Hörer*innen haben wir die Möglichkeit, voll und ganz in die Schönheit des Daseins einzutauchen. Auch wenn damit manchmal Sorgen und Ängste verbunden sein mögen. Die Platte schafft es nachhaltig, die Seele zu berühren.


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