Altmeister Moby beschreitet noch einmal die Wege, die er selbst geebnet hat und schenkt uns mit «always centered at night» eine LP, die wie eine Essenz seiner Kreativität daherkommt.
Gott sei Dank gibt es Schwulenclubs und eine ganze Underground-Szene, die damit verbunden ist. Sonst würde die Musik von Moby, wie wir sie heute kennen, wahrscheinlich gar nicht existieren. Tatsächlich hat sich der 58-Jährige nach eigenen Aussagen maßgeblich von seinen Ausflügen in diese Parallelwelt inspirieren lassen. Obwohl selbst heterosexuell, gilt er seither als treuer Allie und hat in der queeren Community viele Fans gewonnen. Mit seinem in diesen Tagen erscheinenden Studioalbum «always centered at night» kehrt Moby zu jenem Stil zurück, der seine Werke um die Jahrtausendwende auszeichnete – darunter das gefeierte «Play» (1999). Techno trifft auf Soul, Ambient, Funk, Rock und Pop – in diesem Fall verkörpert von 13 verschiedenen Gastsänger*innen, die den einzelnen Songs nicht nur ihre Stimmen, sondern auch ihr besonderes Flair schenken. Gleichzeitig wagt sich der New Yorker zurück auf die Bühnen Europas und spielt im Herbst einige ausgewählte Shows. Alle Einnahmen spendet der selbstlose Aktivist, als wäre nichts selbstverständlicher. Machen wir also 2024 zum Moby-Jahr und genießen sein fulminantes Comeback – live und auf Platte.
Diese Review ist in der aktuellen Printausgabe des Mannschaft Magazins erschienen.


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