REVIEW: The Cardigans „The Rest Of The Best Vol. 1 & 2“

In chronologischer Reihenfolge arbeiten sich „The Rest Of The Best“ Vol. 1 und 2 durch Randerscheinungen des beachtlichen Backkatalogs von The Cardigans und verdeutlichen zugleich einmal mehr die Relevanz des Quintetts für die Popmusik.

Lange war es still um The Cardigans, die Band, die Ende der Neunziger mit Hits wie „Lovefool“ oder „My Favourite Game“ die Charts stürmte. Das letzte reguläre Album  „Super Extra Gravity“ erschien vor fast 20 Jahren im Jahr 2005. Retro-Trend hin oder her – aktuell feiern viele Künstler*innen, die rund um den Millenniumswechsel kommerziell erfolgreich waren, Revivals.  Auch The Cardigans nutzen die Chance und zeigen sich wieder häufiger auf Festivalbühnen. Die Fans freut’s natürlich! Haben sie somit die Möglichkeit, die Zeit zurückzudrehen und wieder ganz in eine Welt einzutauchen, in der sie unbeschwert zum bittersüßen Indiepop von Nina Persson, Peter Svensson, Magnus Sveningsson, Bengt Lagerberg und Lars-Olaf Johansson durch den Alltag tänzelten. Die Diskografie der Jönköpinger dokumentiert ihre Entwicklung von einer experimentierfreudigen Newcomer-Band zu echten Popstars, die in ihren späteren Werken stilistisch weiter gereift sind. Dieser Werdegang lässt sich anhand ihrer sechs Studioalben, dem Best-of von 2008 oder jetzt der Doppel-Compilation „The Rest Of The Best“ bestens nachvollziehen. Letztere versammelt 36 Tracks, die als B-Seiten, Bonustracks auf länderspezifischen Sondereditionen ihrer Alben oder auf Soundtracks erschienen sind. Völlig eigenständige Songs reihen sich dabei an Demo-, Live- und Alternativversionen von bereits bekannten Stücken.Was alle Titel wie ein roter Faden miteinander verbindet, ist das außergewöhnliche Songwriting- und Inszenierungstalent von The Cardigans. Im Gegensatz zu anderen erfolgreichen Popbands sind sich die fünf stets treu geblieben und haben auch bei klanglichen Neuorientierungen stets auf ihre Stärke als funktionierender kreativer Mikrokosmos gesetzt. Wie sehr sich das ausgezahlt hat, wird mit „The Rest Of The Best“ (Vol. 1 & 2) nur ncoh deutlicher. Auch wenn fast alle von ihnen interessante andere Projekte initiiert und verfolgt haben, waren und sind Nina Persson und ihre Jungs als The Cardigans einfach unschlagbar.


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