„Mentalized“ von Skeleten ist eine Warnung. Die Platte lehrt uns, sehr genau darauf zu achten, womit wir uns psychisch und physisch auseinandersetzen.
Dass wir als menschliche Wesen nicht unabhängig von der Welt um uns herum existieren können, scheint plausibel. Doch wie weit das geht, führen wir uns selten vor Augen. Denn jedes Atom, das im Laufe der Zeit Teil unseres Körpers wird, das wir aufnehmen, atmen, essen oder das auf andere Weise in unseren Kreislauf gelangt, beziehen wir aus dem, was uns umgibt. Deshalb sollten wir diese Dinge auch kritisch und sehr genau betrachten. Zudem werden unsere Gedanken durch das geformt, was uns bewusst oder unbewusst im Alltag begegnet. Wenn wir also zulassen, dass sich Hass, Hetze und Negativität ausbreiten, können wir uns kaum davor schützen, dass sie uns irgendwann wie ein Virus befallen. Dieser und ähnlichen Überlegungen widmet sich Russell Fitzgibbon aka Skeleten auf seinem zweiten Album „Mentalized“. Statt weiter den Optimismus zu fokussieren, der sein Debüt „Under Utopia“ (2023) auszeichnete, widmet er sich nun der Kehrseite der Medaille. Soundtechnisch hat das aber nur geringe Auswirkungen. Die LP klingt zwar etwas rauer und kantiger als der Vorgänger, bleibt aber sonst Skeletens genereller Ästhetik treu. Diese besteht nach wie vor aus schwelgerischem Synthie-Pop, Anleihen aus Trip-Hop, Deep House und Indie – alles gut geschüttelt, gerührt und zu einem schmackhaften Klangcocktail gemixt. Der Australier hat ein beeindruckendes Gespür für Melodien und Rhythmen, die in Kombination mit seiner samtig-tiefen Stimme direkt im Lustzentrum des Gehirns andocken und für Begeisterung sorgen. Es dauert keine zwei Minuten, da hat „Mentalized“ bereits die Kontrolle über das Denken und Fühlen übernommen und sorgt am Ende dafür, dass die Hörer*innen etwas konsumieren, das keinesfalls schädlich sein kann, sondern ein wunderbares Gegengewicht zu dem bietet, was wir tagtäglich an mentalem und materialistischem Dreck zu uns nehmen.


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