REVIEW: CocoRosie „Little Death Wishes“

Was die Welt in Zeiten wie diesen vor allem braucht, ist Courage. Neben mutigen Lyrics und beeindruckenden Sounds findet man genau diese auf CocoRosies «Little Death Wishes».

Während seit dem Amtsantritt von Donald Trump und seinem Kabinett immer mehr Menschen in den USA befürchten müssen, aufgrund ihrer Herkunft, Geschlechtsidentität oder Sexualität systematisch ausgegrenzt zu werden, gibt es zwei Frauen, die mutig die Fahne der Gleichberechtigung hochhalten. Schon früh haben sich Bianca und Sierra Casady aka CocoRosie als Aktivistinnen gezeigt und in ihrer Musik Missstände aller Art angeprangert. Stets verpackt in avantgardistische, experimentell aufgeladene Melodien, die die Aufmerksamkeit der Hörer*innen innerhalb kürzester Zeit auf sich ziehen, schufen sie damit nach eigenen Angaben einen Zufluchtsort für Queers und andere Minderheiten. «Little Death Wishes» setzt die Mission der Schwestern fort. Als Motor für ihre Kreativität nutzten sie dabei eine ungewöhnliche Quelle. Nämlich Verletzung, die sie in etwas Konstruktives verwandeln wollten. Und das ist ihnen gelungen. Die zwölf Songs sind gespickt mit unkonventionellen Elementen. Von Operngesang über Hip-Hop und Pop bis hin zum Einsatz von Spielzeuggeräuschen: CocoRosie haben die erfolgreichsten Zutaten ihrer Ausnahmekarriere erneut zu einer eigenwilligen Mischung zusammengefügt. Eine, die das Herz erwärmt und dem Grundgedanken ihrer Kunst gerecht wird: Hoffnung zu schenken, wo Dunkelheit herrscht.

Diese Review ist in der aktuellen Printausgabe des Mannschaft Magazins erschienen.


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