REVIEW: Sam Akpro „Evenfall“

Wer mit einem Banger wie „Evenfall“ debütiert, von dem darf man in Zukunft noch einiges erwarten. Sam Akpro ist der Star der Stunde.

An der Schwelle zum Erwachsensein, nachdem die erste große Identitätskrise überwunden ist, aber das Rebellische noch in einem lodert, in dieser Zeit werden einige der wichtigsten Weichen für unsere Zukunft gestellt. Sam Akpro aus Südlondon ist 23 Jahre alt und spürt zwei Herzen in sich schlagen. Das eines jungen Mannes, der schon viel erlebt und sich damit auseinandergesetzt hat, und das eines spätpubertären Revoluzzers, der sich keineswegs von der Monotonie des Alltags überwältigen lassen will, sondern sich lieber ganz der Hedonie hingibt. Auf seinem Debütalbum „Evenfall“ macht Akpro deutlich, dass das Leben nie schwarz oder weiß ist, sondern dass es vor allem die Grautöne sind, die in ihren unterschiedlichsten Facetten für Aufregung und Spannung sorgen. Kein Wunder also, dass er sich bei der musikalischen Ausgestaltung der LP nicht nur eines, sondern gleich mehrerer Genres und Stile bedient. Unerschrocken mischt er Shoegaze mit Dubstep und Trip/Hop und würzt das Ganze mit Einflüssen aus Psych-Rock, Hip-Hop, R’n’B und Soul-Pop. Streckenweise erinnert er dabei – nicht zuletzt wegen seines rotzigen Gesangs – an den Amerikaner Yves Tumor. „Evenfall“ ist eine dieser Platten, die es schaffen, einen als Hörer*in augenblicklich in eine ganz bestimmte Stimmung zu versetzen. Die zehn Tracks sind förmlich dazu gemacht, die immer wiederkehrende Metamorphose vom Sonnenuntergang über die dunklen Nachtstunden bis hin zur Morgendämmerung und den ersten Sonnenstrahlen zu begleiten und dabei Gefühle von Ekstase und Erregung zu wecken. nämlich, wenn die Müdigkeit einen zu lähmen droht und aus dem Schlafmangel eine leichte Manie erwächst. Ein Zustand, den man mit zunehmendem Alter gerne vergisst, den uns Sam Akpro aber in wenigen Takten wieder ins Gedächtnis ruft. Verbunden mit der Sehnsucht, noch einmal Anfang 20 zu sein und an alle Möglichkeiten zu glauben, statt von der Ernüchterung in die Knie gezwungen zu werden. Wir ziehen den Hut vor so viel Reife in der ausklingenden Jugend.


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