Groovig, euphorisch und doch gemütlich: Dope Lemons „Golden Wolf“ ist eine Wohlfühlplatte auf ganzer Linie.
Angus Stone schickt uns als Hörer*in gern auf ausgedehnte Klangreisen. Mit seinem Soloprojekt Dope Lemon, das seit 2016 nicht weniger als vier, mit dem aktuellen sogar fünf Studioalben hervorgebracht hat, durchstreift der Australier immer wieder verschiedene Retrosound-Gefilde. Am liebsten solche, die Einflüsse aus Surfrock, Psychedelic, Folk und Indie aufweisen. Doch „Golden Wolf“ stellt tatsächlich einen stilistischen Bruch dar. Obwohl das Cover noch immer von der für das Projekt typischen lachenden Zitrone geziert wird, unterscheidet sich die LP in vielerlei Hinsicht von ihren Vorgängern. Sie ist zum Beispiel viel mutiger, was ihren Mainstream-Appeal betrifft. Statt scharfkantig und rotzig wirkt sie glatter und zugänglicher. Dabei ist sie alles andere als gefällig. Dadurch, dass gute Laune und mitreißende Pop-Melodien eine Bühne bekommen und gekonnt inszeniert werden, wird das Lustzentrum im Gehirn direkt angesprochen, ohne dass der Kopf erst denken und reflektieren muss. Die Songs auf „Golden Wolf“ sind allesamt radiotauglich und verlegen den Sommer einfach ein paar Monate nach vorne – was vielleicht daran liegen mag, dass die besagte Jahreszeit in Stones Heimat Australien gerade zu Ende geht. Südhalbkugel und so. Wie dem auch sei, Dope Lemon schafft den oft schwierigen und gern misslingenden Spagat zwischen musikalisch-kreativem Anspruch und Massentauglichkeit. Denn trotz Pop-Fokus gibt es immer wieder kleine, feine Elemente, die der Platte das gewisse Etwas verleihen. Referenzen an die eingangs erwähnten Genres sind ebenso präsent wie Dreampop-, Country-, Soul- und Funk-Einsprengsel. Alles gut verteilt. Nie zu viel, nie zu wenig. Und dann ist da natürlich – wie könnte es anders sein – Angus Stones ebenso warmer wie rauer Gesang, der seit über 20 Jahren Menschen rund um den Globus begeistert. Man kann sich an dieser Stimme einfach nicht satthören. Erst recht nicht, wenn sie uns mit ihren Worten dazu ermutigt, den Blick in die Zukunft zu richten, uns zu fragen, was da alles auf uns wartet, und dann mutig loszulaufen. Oder mit „Golden Wolf“ im Ohr und einem erhöhten Endorfinspiegel im Blut loszutänzeln.


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