Wie einst Einstein streckt uns Alicia Edelweiss auf dem Cover von „FURIE“ die Zunge heraus. Und nicht weniger intelligent als das geniale Universalgenie ist auch das, was sie auf der LP anstellt!
Hauptsache, es klickt! Viele Songs folgen heute bei ihrer Entstehung einer simplen Logik. Sie sollen nicht nur im Radio funktionieren, sondern natürlich auch auf den allzu wichtigen Streaming-Plattformen. Je kürzer und knackiger ein Track ist, desto profitabler. Hinzu kommt, dass die Aufmerksamkeitsspanne vieler Konsumenten durch die Omnipräsenz von Social Media – mit diversen Kurzformaten – nachweislich gesunken ist und Emotionen oft nur noch durch schnelles Bombardement mit wechselnden Inhalten geweckt werden können. Wie schön sind da Gegenbewegungen wie das zweite Album von Alicia Edelweiss. Die britisch-österreichische Künstlerin setzt auf „FURIE“ ganz bewusst auf Opulenz und Entschleunigung. Sie nimmt sich Zeit, Geschichten zu erzählen und ihre Gedanken zu teilen. Für den Titel „The Fall, the Fly and the Water“ zum Beispiel fast neun Minuten. Auch die anderen sieben (im Digitalformat sogar acht) Tracks sind allesamt über vier Minuten lang. Ungewöhnlich, aber notwendig, findet Alicia Edelweiss, wenn man sowohl dem Text als auch der Musik gerecht werden und sie wirken lassen will. Denn komplexe Inhalte brauchen Raum und Zeit, um sich entfalten zu können. „FURIE“ ist vor allem eine Auseinandersetzung mit der Rolle der Frau beziehungsweise Weiblichkeit in unserer heutigen Gesellschaft. Fast provokant – als wolle sie den Begriff zurückerobern – nimmt die in Wien lebende Songwriterin das mythische Fabelwesen der Furie als Aufhänger und führt uns damit die wahre Bedeutung dieser oft abgewerteten und negativ besetzten Figur vor Augen. Denn Furien sind Rachegöttinnen, Sinnbilder matriarchaler Machtansprüche und Gerechtigkeitsbringerinnen. Es sind die Gewissensbisse, die uns befallen, wenn wir Dinge tun, von denen wir wissen, dass sie moralisch falsch sind. Auch „FURIE“ mahnt uns implizit und explizit, den Kopf einzuschalten, wenn wir handeln. Begleitet von mal verspielt-naiver, mal düsterer, mal schwelgerisch-märchenhafter Instrumentalisierung – irgendwo zwischen Regina Spektor, Kimya Dawson, Joana Newsom und Soap&Skin – und diversen Tiergeräuschen hinterlässt die Platte einen vielschichtigen, eindringlichen Eindruck. Wie bei einem guten Film oder einem guten Buch lohnt es sich, „FURIE“ mit der nötigen Aufmerksamkeit zu begegnen, am besten wieder und wieder. Denn bei jedem Durchgang lassen sich neue Details entdecken und neue Denkanstöße gewinnen. Das völlige Eintauchen in dieses Paralleluniversum aus begnadetem Gesang, Klavier, Akkordeon, Schlagzeug und dynamischen Streicherarrangements ist mit einer Sinnhaftigkeit verbunden, die kein Reel, kein Thread und keine Insta-Story bieten kann.

GEWINNSPIEL
Wir verlosen ein Vinyl-Exemplar, das uns unsere Freunde von Backseat PR zur Verfügung gestellt haben. Um zu gewinnen, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.
Möglichkeit 1: Liket unsere Mastodon-Page und kommentiert den dort befindlichen Gewinnspiel-Post mit „Ich brauche Musik auf die Ohren!“.
Möglichkeit 2: Werdet unser Bluesky-Follower, gebt dem dort befindlichen Gewinnspiel-Post einen Like und kommentiert ihn mit „Ich brauche Musik auf die Ohren!“.
Möglichkeit 3: Folgt uns bei Instagram und kommentiert den dort befindlichen Gewinnspiel-Post mit „Ich brauche Musik auf die Ohren!“.
Möglichkeit 4: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff „Die Summe der Vereinzelung“ und dem Inhalt „Ich brauche Musik auf die Ohren!“ an kontakt@einenhabichnoch.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Mastodon, Bluesky und/oder Instagram mitgemacht habt.)
Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 27.04.2025. Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall. Unsere Preise verschicken wir nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Erfolg!

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