Bittersüß: „Rainy Sunday Afternoon“ von The Divine Comedy entlockt selbst dem düstersten Grau unterschiedlichste bunte Nuancen.
Wer durch Witz und Spaß auffällt, dem wird schnell das Label „Clown” verpasst. Menschen kategorisieren gerne, was nicht per se schlecht ist. So wissen Hörer*innen beispielsweise, dass Alben von The Divine Comedy gerne mit Humor und einem Augenzwinkern aufwarten. Doch eben nicht nur. Denn wie fast alles im Leben – auch wenn wir das kaum wahrhaben wollen – ist auch Neil Hannons Projekt und er als die dahinterstehende Person komplexer. Genau das macht die Songs von The Divine Comedy aus, wenn man sich darauf einlässt und sich nicht nur auf die glücksversprechenden Highlights fokussiert. Neben Freude finden sich im Werk des Mittfünfzigers nämlich durchaus auch ernste und melancholischere Sequenzen. Bereits seit den 1990er Jahren ist The Divine Comedy eine feste Größe im britischen Indiepopzirkus und fällt immer wieder durch originelle stilistische Wendungen und Brüche auf. „Rainy Sunday Afternoon“ macht da keine Ausnahme. Als 13. Album ehrt es aber dennoch seine Nummerierung und stellt die eher unglücklichen, tragischen Momente in den Fokus. Textlich verarbeitet Hannon private Schicksalsschläge, seine Gedanken schweifen aber auch in Richtung weltpolitischer Ereignisse, die dieser Tage eher weniger von Optimismus durchdrungen sind. Untermalt werden die Lyrics von den für The Divine Comedy typischen karnivalesken Folk- und Orchester-Pop-Elementen. Maßgeblich sind neben Gitarre und Klavier auch Streicher, Bläserchöre, Percussions, aber auch Schifferklavier und Harfe. Wer durch die Soundkulisse von „Rainy Sunday Afternoon“ schreitet und sich von Hannons typisch theatralischem Gesang leiten lässt, versteht schnell, dass die Platte einen Bewältigungsversuch darstellt. Einen Versuch, sich all den mentalen Schatten zu stellen und sie zu verstehen, damit sie ihre Bedrohlichkeit verlieren, statt an ihnen zu verzweifeln oder gar vor ihnen davonzulaufen. Musikalisch ist das ein äußerst ästhetischer Akt. Es ist wie ein Bühnenstück, in dem der Held in schönstem Gewand den nicht minder beeindruckend aussehenden Drachen besiegt. Ein Spektakel für die Sinne, an dem sich die Menschen seit dem Mittelalter erfreuen! Wenn dann aus der Ferne noch Beatles-Referenzen – oder generell ein Hauch von 70er-Pop – herüberwehen, wird klar, dass es manchmal genau die richtige Entscheidung ist, schwere Themen mit einer guten Prise Leichtigkeit zu behandeln. Denn ganz so grau, wie der Titel „Rainy Sunday Afternoon” vermuten lässt, geht es auf der Platte nicht zu. Immerhin kann man es sich drinnen warm und gemütlich machen, wenn es draußen in Strömen regnet. Am Ende ist es eine Frage der Perspektive und des Umgangs mit den Hindernissen, die das Leben einem in den Weg stellt. Neil Hannon und The Divine Comedy versuchen es mit Anlauf, Kraft und Drüberspringen!

GEWINNSPIEL
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Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 21.09.2025. Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall. Unsere Preise verschicken wir nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Erfolg!

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