Mit «HUMANiSE» eröffnet HAAi ein vibrierendes, klangliches Spannungsfeld, das sowohl zur nächtlichen Undergroundparty als auch zur transzendenten Erfahrung unterm Sternenhimmel passen könnte.
Die Australierin Teneil Throssell begann ihre Karriere als Sängerin in Rockbands, bevor sie nach Europa kam. Im Berliner Technoclub Berghain entdeckte sie ihre Leidenschaft für elektronische Musik und fokussierte sich von da an auf ihre Arbeit als DJane und Produzentin. Sie kollaborierte mit Romy (The xx) und Fred Again und veröffentlichte 2022 ihr von der Kritik bejubeltes Solodebüt «Baby, We’re Ascending» unter dem Pseudonym HAAi. Mit dem Nachfolger «HUMANiSE» erforscht die in London lebende Künstlerin nun die Schnittstelle zwischen künstlicher Intelligenz und menschlicher Natur. Anders als beim Vorgängeralbum dominiert auf «HUMANiSE» der Gesang. Er steht für Vitalität und Wärme und wird von artifiziellen Elementen kontrastiert, die das leblose Gegenstück verkörpern. HAAi gelingt es, existenzielle Fragen aufzuwerfen. Sowohl bezüglich unserer Gesellschaft in einer sich schnell verändernden digitalen Welt als auch hinsichtlich der eigenen queeren Identitätsentwicklung. «HUMANiSE» ist ekstatisch, feingliedrig und melancholisch. Zudem sind starke Gäste zu hören, darunter John Hopkins, Alexis Taylor (Hot Chip) und der Chor TRANS VOICES.
Diese Review ist in der aktuellen Printausgabe des Mannschaft Magazins erschienen.


Kommentar verfassen