REVIEW: Infinite Coles „SweetFace Killah“

Infinite Coles hat seine lang empfundene Wut gegenüber seinem prominenten Vater in etwas Konstruktives und Versöhnliches verwandelt, das einen schnell ergreift und mitreißt: «SweetFace Killah».

Als Sohn von Ghostface Killah (Dennis Coles), Mitglied des Wu-Tang Clans, wurde Infinite Coles das Talent für Rap, R’n’B und Hip-Hop sozusagen in die Wiege gelegt. Doch seine schwule Identität und sein genderfluides Auftreten sorgten für derartige Spannungen im Verhältnis zu seinem Vater, dass Wunden entstanden, die bis heute nicht wirklich verheilt sind und die Infinite Coles in seiner Musik bewusst thematisiert. Unter anderem auch auf seinem Debüt «SweetFace Killah», das bereits im Titel entsprechende Anspielungen macht. Inspiriert von der New Yorker Ballroom-Kultur und gestärkt durch seine selbst gewählte, queere Ersatzfamilie fand Coles zu einer Stärke und Kreativität, die das Album zu einem beeindruckenden Zeugnis dafür machen, dass sich die oft mit toxischer Maskulinität verbundene Welt des Hip-Hops in ein schillerndes, aufgeschlossenes Universum überführen lässt, das keine Geschlechtergrenzen kennt und Vielfalt zelebriert. In Zeiten, in denen der Konservatismus die USA und den Rest unseres Planeten mehr und mehr zu dominieren scheint, bildet «SweetFace Killah» ein wichtiges Gegengewicht und eröffnet uns spannende Sichtweisen.

Diese Review ist in der aktuellen Printausgabe des Mannschaft Magazins erschienen.


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