Bis an die Grenzen der House-Musik und darüber hinaus: Janus Rasmussen möchte sich nicht auf eine Stilistik festlegen und zeigt mit „Inert“, dass trotzdem ein Gefühl der Kohärenz entstehen kann.
Ob bei Bloodgroup, Byrta oder Kiasmos zusammen mit Ólafur Arnalds – Janus Rasmussen hat sich in seiner bisherigen Karriere einigen interessanten Projekten angeschlossen und sein Talent bewiesen, sich in verschiedene Klangwelten einzudenken beziehungsweise diese auch aktiv mitzugestalten. Doch was ist die kreative Essenz des von den Färöer Inseln stammenden Songwriters und Produzenten? Nach dem Solodebüt „Vín“ liefert der Nachfolger „Inert“ nun ein paar weitere mögliche Antworten auf diese Frage. „Inert“ unterscheidet sich dabei allerdings recht stark von seinem Vorgänger. Rasmussen nutzt zwar erneut ein breites Spektrum an Rhythmen und Klängen, greift aber auch deutlich häufiger als in der Vergangenheit auf seine eigene Stimme als Instrument zurück. Zusammen mit Break-, Downtempo- und euphorischen Dancefloor-Beats erschafft er so ein höchst eklektisches Werk, das trotz verschiedenster Tempi- und Stimmungswechsel einen roten Faden bereithält, der die zehn Tracks miteinander verbindet. Dieser Faden ist Rasmussens Gespür für Synthesizer. Ob dynamisch oder beruhigend – er beherrscht die elektronischen Werkzeuge wie ein Puppenspieler die Schnüre seiner Marionetten. Dadurch hat seine Musik etwas sehr Charakteristisches, das als Gesamtwerk funktioniert und Brüche tolleriert. Gleichzeitig reiht sich „Inert“ im besten Sinne in die Tradition von Acts wie Moderat, Caribou, Bonobo, Phoria oder Four Tet ein, ohne seine Eigenständigkeit zu verlieren. Fans entsprechender Künstler sollten also aufhorchen, sofern Janus Rasmussen nicht ohnehin schon durch Empfehlungen, eigene Recherche oder den Algorithmus ihrer Playlists in den Fokus ihrer Aufmerksamkeit gelangt ist. Jedenfalls handelt es sich um ein Album, das auf Anhieb Spaß macht und das sowohl auf der Tanzfläche als auch in ruhigen, nachdenklichen Momenten gehört werden kann. Eine Platte, die am besten zur Nacht mit all ihren Facetten passt. Sie ist voll von hypnotischen, ekstatischen und solchen Sequenzen, die sich nicht eindeutig zuordnen lassen. Genauso wie die Kunst von Janus Rasmussen. Das aber ist kein Makel, sondern eine Qualität!

GEWINNSPIEL
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Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 21.06.2026. Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall. Unsere Preise verschicken wir nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Erfolg!

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