Genialität hoch zwei: Mit „A Date with Depeche Mode“ zollt der versierte Songwriter und Komponist Marc Collin nicht nur einer der wichtigsten Bands der 80er-Jahre Tribut, sondern rollt erneut sämtliche Stärken seines Projekts Nouvelle Vague aus.
Wie man aus eigentlich düsteren, synthielastigen New-Wave-Songs leichtfüßig-samtige Stücke macht, zeigen Nouvelle Vague seit Beginn des Millenniums. Die vermutlich bekannteste und erfolgreichste Coverband der Welt hat sich im Laufe ihrer Karriere an den Werken von Größen wie New Order, Visage, Frankie Goes To Hollywood, Simple Minds, Joy Division und The Cure versucht und sie durch ihr prägnantes Klangkaleidoskop aus Bossa Nova, Chanson und Lounge-Musik gejagt. Damit gewann das von den Freunden Olivier Libaux und Marc Collin gegründete Projekt nicht nur Fans in aller Herren Länder, sondern auch den Respekt vieler Originalkünstler*innen. Einige von ihnen waren sogar derart begeistert, dass sie selbst als Feature-Act bei einzelnen Tracks von Nouvelle Vague auftraten. Ein Beispiel ist Martin Gore, der als Keyboarder und später auch als Sänger von Depeche Mode Musikgeschichte geschrieben hat. Besonders Depeche Mode zählt seit jeher zu den wichtigsten Inspirationsquellen für Nouvelle Vague. Sie waren so etwas wie ein Fixpunkt, um den sich das Gesamtwerk der Franzosen drehen konnte. „Just Can’t Get Enough“ (2004 auf dem Debütalbum „Nouvelle Vague“ veröffentlicht), „Master and Servant“ (vom Album „3“ (2009)), bei dem, wie bereits erwähnt, Gore selbst mitwirkte, oder zuletzt „People Are People“, das auf „Should I Stay Or Should I Go“ (2023) erschien, sind neben anderen Tracks aus der Feder von Depeche Mode schon lange fester Bestandteil sowohl der Diskografie als auch des Live-Repertoires von Nouvelle Vague. Mit „A Date with Depeche Mode“ zollt Marc Collin, der nach dem Tod seines Kompagnons Olivier ihre gemeinsame Vision allein weitergeführt hat, der Liebe zu seinen britischen Kollegen nun noch mehr Tribut denn je. Denn erstmals widmet er sich – wie gewohnt mit einem Strauß an vorrangig weiblichen Gastsänger*innen – den Songs von Depeche Mode. Denn erstmals widmet er sich – wie gewohnt mit einem Strauß vorrangig weiblicher Gastsänger*innen – einzig einem Act und dessen Backkatalog. Dafür hat Collin 13 Klassiker von Depeche Mode neu arrangiert und mit Gäst*innen wie Morcheebas Skye Edwards, Beth Hirsch, der Jazz-Ikone Fredrika Stahl, der Newcomerin Eva de Marce oder den Urgesteinen Mélanie Pain und Phoebe Killdeer eingespielt. Darunter befindet sich auch eine „Neu-Neuinterpretation“ von „Just Can’t Get Enough“, das nicht nur bei Depeche Mode, sondern auch bei Nouvelle Vague seit Jahrzehnten zu den Favoriten des Publikums zählt. Gewohnt reduziert auf das Wesentliche, ohne elektronische Walls of Sound, dafür aber mit lateinamerikanischen Rhythmen und gefühlvollen Instrumentierungen versehen, beleuchtet Collin Hits wie „Shake the Disease“, „Personal Jesus“, „Enjoy the Silence“ oder „Ice Machine“ aus seiner ganz persönlichen Perspektive. Er zeigt, dass, wenn die Stücke auf ihre Essenz zurückgeworfen sind, mehr denn je deutlich wird, welches kompositorische und lyrische Talent ihnen innewohnt. Wenn dieses dann auch noch auf das nicht minder grandiose Gespür Collins für die richtigen Stilmittel, Stimmen und Akzentuierungen trifft, entfaltet sich eine Wirkung, die den Anhängern von Depeche Mode und Nouvelle Vague gleichermaßen Freude bereiten dürfte. Die einen können geliebte Tracks dabei in neuem Gewand erleben, indes die anderen mehr von dem bekommen, was sie seit Jahrzehnten begeistert. „A Date with Depeche Mode“ ist, wie der Titel andeutet, eine intime und an vielen Stellen auch leidenschaftliche Hommage eines musikalischen Masterminds an die Helden seiner Vergangenheit, die ihn und sein Projekt maßgeblich geprägt haben. Kaum jemand anderes hätte eine liebevollere und künstlerisch anspruchsvollere Würdigung hervorbringen können.
GEWINNSPIEL
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