REVIEW: Iron And Wine & Ben Bridwell „Sing Into My Mouth“

Iron And Wine & Ben Bridwell by Caroline InternationalSongs anderer Künstler, vor allem jener, die man selbst als Idole verehrt, zu covern und daraus eine Platte zu machen, ist keine wirklich neue Idee. Wenn sich jedoch zwei gefeierte Stars wie Sam Beam (Iron And Wine) und Ben Bridwell (Band Of Horses) zusammentun, um an Neuinterpretationen von ihnen geschätzter Stücke zu arbeiten, dann sind vielerorts die Ohren neugierig gespitzt. Beide Musiker feiern seit Jahren Erfolge mit ihren eigenen Projekten und sind zu festen Instanzen innerhalb der amerikanischen Folkszene geworden. Seit den Anfängen ihrer Karrieren begleitete sie allerdings auch stets der Wunsch, irgendwann mit dem jeweils anderen kollaborieren zu wollen, kannte man sich doch bereits seit Ewigkeiten. Aufgrund vollgestopfter Terminkalender und zahlreicher, nicht enden wollender Verpflichtungen dauerte es jedoch eine Weile, bis die Männer schließlich zu ihren Gitarren greifen und ein gemeinsames Album realisieren konnten. Die Tatsache, dass sie sich im Zuge dessen auf die Kompositionen anderer Liedermacher stützen, beschleunigte die Realisierung des Ganzen ein wenig – waren doch keine kräftezehrenden Phasen des Songschreibens und Komponierens mehr nötig, sondern einzig die Suche nach Strukturen, die es zu extrahieren und auszubauen galt.

Sing Into My MouthVon Talking Heads „This Must Be The Place (Naive Melody)” über Sades „Bullet Proof” bis hin zu El Perro Del Mars „God Knows (You Gotta Give To Get)” spielen sich Beam und Bridwell auf „Sing Into My Mouth“ durch ein sehr persönliches, akustisches Gestern und streifen etliche Glanzmomente der Songwriterkunst. Wie es sich für eine anspruchsvolle Coverplatte gehört, bietet auch „Sing Into My Mouth“ recht eigenständige Sichtweisen auf die ausgewählten Originale und gliedert sie mit größtem Feingefühl in das Gesamtwerk der beiden Musiker und ihrer Bands ein. Von Folk, Country und Alternative umarmt, erlebt dabei so manch ein Song eine interessante Wandlung und macht sich mehr als gut in dem Lagerfeuer-Kontext, der der Platte anhaftet. Tja, und dann wären da noch Beams und Bridwells Stimmen, die nicht nur für eine Gänsehautwelle nach der nächsten sorgen, sondern darüber hinaus auch derart perfekt miteinander harmonisieren, als wären sie nie für etwas anderes bestimmt gewesen. Wenn dann auch noch Bridwell und Beams Version des Marshall Tucker Band Klassikers „Ab’s Song“ ertönt, drängt sich der Vergleich zu einem der geschichtsträchtigen Zweiergespanne der Rockgeschichte, nämlich Simon & Garfunkel, ganz unverblümt auf. „Sing Into My Mouth“ ist ein wundervoll inszeniertes, vielschichtiges Album, das die Stärken Ben Bridwells und Iron And Wines genau in das richtige Licht zu rücken weiß.

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