REVIEW: Ane Brun „When I’m Free“

Ane Brun by KnotanBisher gönnte sich Ane Brun im Laufe ihrer zwölfjährigen Karriere kaum eine Pause. Schlag auf Schlag veröffentlichte sie ihre Alben, tourte ununterbrochen und ließ sich nebenher zu zahlreichen Kollaborationen, beispielsweise mit dem ehemaligen Genesis-Frontmann Peter Gabriel, hinreißen. Irgendwann streikten dann Körper und Geist. Ein Umdenken musste her. Auch, wenn Ane Brun sich anfangs nur schwer mit dieser Tatsache abfinden konnte, gelang es der resoluten Powerfrau, neue Energien aus Ruhe und Rast zu schöpfen. Plötzlich war die Schönheit des Moments wieder wertvoller als die Auseinandersetzung mit einem prall-gefüllten Terminplaner. Das Sinnen über den behutsamen Umgang mit den eigenen Ressourcen beeinflusste auch das Songwriting, auf dessen Fundament die gebürtige Norwegerin ihr neues Album „When I’m Free“ erbaute. Zusammen mit ihrem langjährigen Produzenten Tobias Fröberg stellte sie ihren Worten einen beeindruckenden Klangteppich zur Seite, der vor allem durch Einflüsse aus Soul und elektrifiziertem Hip-Hop gekennzeichnet ist. So hat man die Sängerin zuvor noch nie gehört.

When I'm FreeAuch „When I’m Free“ bietet, wie alle Werke Ane Bruns, eine Intimität, die den Hörer in die Knie zu zwingen vermag. Es ist, als stünde man ganz allein vor einer Bühne, auf der die Sängerin im Scheinwerferlicht ihre Songs performt. Abgerundet werden diese dabei durch eine mit beeindruckendem Fingerspitzengefühl betriebene Produktion, die die Stärken Ane Bruns mit größter Präzision zu unterstreichen weiß. Makel oder Unstimmigkeiten an „When I’m Free“ zu finden, ist kaum möglich. Doch wirkt die Platte keineswegs charakterlos. Vom imposanten Opener „Hanging“ über Stücke wie das selige „You Light My Fire“, „Miss You More“ oder das sensible Finale „Signing Off“ erstreckt sich ein perfekt gespannter Bogen. Ane Brun beweist derweil, dass ihr akustisches Universum aus mehr als einer Facette besteht. Ein Großteil der Songs wurde von ihr nach dem zugrundeliegenden Beat ausgerichtet, wodurch sich Rhythmen und Baselines frei entfalten konnten. Eins der vielleicht besten Beispiele für diesen neuen Ansatz im Schaffen der Songwriterin bildet die Vorabsingle „Directions“. Aber auch „Shape Of My Heart“ oder „Black Notebook“ huldigen Ane Bruns Leidenschaft für markante Taktmaße.
„When I’m Free“ stellt einen weiteren Meilenstein in der Reihe von Glanzstücken dar, die Ane Brun dieser Welt wieder und wieder schenkt. Mystisch, poetisch und dynamisch erobert das Album die Herzen der Hörer im Sturm.

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