REVIEW: Aurora „All My Deamons Greeting Me As A Friend“

Aurora by Kenny McCrackenDass das Platzieren von Songs in TV-Werbespots einen wahren Karriereboost bedeuten kann, durften Acts wie Major Lazer, Santigold oder Gypsy & The Cat bereits am eigenen Leib und dem rasanten Anwachsen ihres Vermögens erfahren. Power To You! Vor allem eine britische Mobilfunkgesellschaft scheint eine zentrale Rolle bei der Geschmacksbildung des Mainstreams zu spielen. So geraten plötzlich Acts, die sonst vermutlich von den Massen weitestgehend unbeachtet geblieben wären, in den Fokus der Aufmerksamkeit. Vor nicht allzu langer Zeit konnte auch die blutjunge Norwegerin Aurora Aksnes von diesem Phänomen profitieren. Nachdem ihre ersten Singles bereits auf Onlineplattformen wie The Line Of The Best Fit oder Nothing But Hope And Passion viel diskutiert wurden, schaffte sie  mit „Running With The Wolves“ den endgültigen internationalen Durchbruch. Doch mit dem Erfolg wächst auch der Druck und so wartete alle Welt erwartungsvoll auf das Debütalbum der 19-Jährigen, das heute endlich erscheint. Zusammen mit ihren Produzenten Magnus Skylstad und Odd Martin Skalnes setzt Aurora darauf fort, was einst in einer stillen Kammer ihres Elternhauses in Bergen begann und als nordische Melancholie die Radiostationen und Streamingportale eroberte.

All My Demons Greeting Me As A FriendWenn man Aurora bei Liveauftritten zwischen der Darbietung ihrer Songs erlebt, kann man kaum glauben, dass dieses kleine, hibbelige Mädchen tatsächlich diejenige ist, die Stücke wie „Warrior“ oder „Lucky“ zu fulminanten Powerpop-Balladen auftürmt. Und obwohl sie mit der blassen Haut, den durchdringenden blauen Augen und ihren fast schon weißen Haaren etwas Elfenhaftes an sich haben mag, toben in ihrem Innersten die Dämonen. Diese macht sich Aurora auf ihrem 12 Tracks umfassenden Erstlingswerk selbstbewusst zu Begleitern und betitelt das Album mit dem Satz „All My Demons Greeting Me as a Friend“. Glasklare Produktionen, in denen Auroras Stimme aufzugehen vermag wie erste Frühblüher im kalten Winterschnee, säumen Geschichten von Erwachsenwerden, Liebe und daran gebundene Enttäuschungen. Neben den bekannten Vorabsingles „Conqueror“, „Murder Song (5, 4, 3, 2, 1)“ und anderen liefert die LP noch einige weitere Songs, die sich allesamt gekonnt aneinander schmiegen. Ihrem mehrfach postulierten Ruf als Newcomerin des Jahres kann Aurora auf „All My Demons Greeting Me as a Friend“ definitiv gerecht werden. Mit hohem musikalischen Anspruch, ausgeklügelten Synthie-Melodien und einer Spur von Fragilität revolutioniert die Norwegerin das aktuelle Musikgeschehen und hängt sich an die Fersen von Kolleginnen wie Susanne Sundfør.

 

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