REVIEW: case/lang/veirs „case/lang/veirs“

caselangveirs by Jason QuigleyFusionsprojekte haben oft etwas von einem aufziehenden Sturm, einer sich langsam entfaltenden Gewalt, die einem den Atem stocken lässt. Wenn sich die Kraft von mehreren, für sich genommen bereits imposanten Künstlern potenziert, endet dies nur allzu oft in einem packenden Sog, dem man sich als Hörer dann kaum noch entziehen kann. Im Fall von case/lang/veirs begann das Prickeln in der Luft, das ihr gemeinschaftlich befeuertes Gewitter ankündigte, mit einer simplen E-Mail. „Ich glaube, wir sollten ein Album zusammen machen“, schrieb darin Kathryn Dawn Lang. Gleichermaßen begeistert von der Idee überlasen ihre Kolleginnen Neko Case und Laura Veirs bereitwillig, dass es sich dabei weniger um eine Frage, als vielmehr um eine klare Aufforderung handelte. Die Nervosität aufseiten der Fans und Presse preschte kurz nach Bekanntwerden der Botschaft, dass drei der wichtigsten US-amerikanischen Folksängerinnen, sich für eine Platte zusammentun würden, erwartungsgemäß in die Höhe. Wie viel hätte dabei schiefgehen können? Nichts! Denn alle drei Damen sind gestandene Vollblutmusikerinnen, die das Business wie ihre Westerntasche kennen. Und wieder gelingt es ihnen zu verblüffen, denn „case/lang/veirs“ ist weit mehr als nur eine Kollaboration.

caselangveirsDass Cases, Veirs und Langs Talente eine spannende Verbindung ergeben würden, davon konnte man nahezu ausgehen. Dass ihre unterschiedlichen Qualitäten in Kombination jedoch dafür sorgen würden, dass man jede Einzelne von ihnen aus einer ganz neuen Perspektive würde kennenlernen dürfen, damit war wiederum nicht zu rechnen. Plötzlich schwingt sich beispielsweise Neko Case in Songs wie „Supermoon“ oder „Down I-5“ zu einer Art apokalyptischen Sirene auf, während Lang ihre Tauglichkeit als Bluessängerin („Why Do We Fight“) unter Beweis stellt und Laura Veirs einen fast schon jugendlichen Schwung mit in die Runde bringt („Best Kept Secret“). Dazu gibt es spannungsvolle Streicherarrangements, harte Gitarrenriffs, Banjospielereien und allerhand aufrüttelnde Beats. Anstatt als zickige Diven um die hart umkämpfte Country-Krone zu streiten, reichen sich Case, Veirs und Lang lieber die Hände und stellen auf „case/lang/veirs“ Material aus zweieinhalb Jahren gemeinsamer Arbeit zur Schau. Gleichzeitig rufen sie damit den Ursprungsgedanken des volkstümlichen Genres auf den Plan, denn nichts stand einst mehr im Fokus des Countrys, als in angenehmer Runde miteinander zu musizieren, und sich dabei gegenseitig inspirativ anzustoßen. Welch phänomenale Spuren das bei den drei Songwriterinnen hinterlassen hat, lässt sich auf „case/lang“veirs“ mit jeder Note nachvollziehen. Ein grandioses Album, das zu den stärksten seiner Art zählt!

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